Frauen-Bundesliga
Drama in Wolfsburg: DFB-Kapitänin Minge ist plötzlich Torhüterin
29.03.2026 – 18:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Der VfL Wolfsburg erkämpft sich in Unterzahl ein Remis gegen Union Berlin. Janina Minge ist in ungewohnter Rolle gefordert.
Der VfL Wolfsburg hat sich in Unterzahl nur zu einem 3:3 gegen den 1. FC Union Berlin gemüht. Im Mittelpunkt steht dabei Janina Minge: Die Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft erzielte zunächst per Traumtor den zwischenzeitlichen Ausgleich (45. Minute), aber wurde in den letzten 15 Minuten der Partie als Torhüterin gebraucht.
Was war passiert? In der 87. Minute eilte VfL-Torhüterin Stina Johannes aus dem Tor, doch
Union-Angreiferin Nele Bauereisen war vor ihr am Ball. Die deutsche Nationaltorhüterin rannte die Angreiferin um und sah anschließend für ihre Notbremse die Rote Karte.
Da die Gastgeberinnen bereits fünfmal gewechselt hatten, ging kurzerhand Mittelfeldspielerin Minge ins Tor. Während der letzten Spielminuten und der zehnminütigen Nachspielzeit wurden ihre Fähigkeiten zwischen den Pfosten jedoch nicht getestet. „Wir haben uns nie über eine solche Situation unterhalten, aber ich habe keine Angst vor dem Ball“, sagte sie im Anschluss, warum sie sich die Torwarthandschuhe angezogen hatte.
Minge war vor allem gefordert, den Ball in die gegnerische Hälfte zu befördern, da der VfL trotz Unterzahl auf das Remis gegen die Berlinerinnen drängte. Dieser gelang Judit Pujols in der 95. Minute. „Ich bin sehr stolz, dass wir trotzdem das 3:3 geschafft haben“, lobte Minge.
Zuvor waren die VfL-Frauen durch zwei haarsträubende individuelle Fehler zweimal in Rückstand geraten. Zunächst nutzte Unions Hannah Eurlings einen Ballverlust im Wolfsburger Strafraum (43.), anschließend unterlief Camilla Küver mit einem ungenauen Rückpass zu Johannes ein Eigentor. In der 84. Minute bügelte sie diesen Fehler mit dem 2:3-Anschlusstreffer auf der richtigen Seite wieder aus. Zuvor erzielte Jenny Hipp nach einer Ecke den dritten Treffer der Berlinerinnen (78.).
Das Remis ist gleichzeitig auch so etwas wie die Vorentscheidung im Meisterschaftskampf. Die Wölfinnen haben bei noch fünf ausstehenden Spielen 13 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bayern München. Der Fokus der Niedersachsen liegt nun auf dem Rückspiel im Champions-League-Viertelfinale bei Olympique Lyon am Donnerstag (ab 21 Uhr im Liveticker bei t-online). Das Hinspiel hatte der deutsche Rekordpokalsieger mit 1:0 gewonnen.











