Bei der Tat in Weiterstadt sollen auch Klettes mutmaßliche Komplizen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg dabei gewesen sein. Die beiden Männer sind weiter auf der Flucht, auch gegen sie wird ermittelt. Gemeinsam mit Klette sollen sie laut Staatsanwaltschaft Verden von 1999 bis 2016 Geldtransporter und Kassenbüros in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein überfallen haben, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
Nach Angaben des Landeskriminalamts läuft die Fahndung nach den beiden Männern unvermindert weiter, fast wöchentlich gehen demnach neue Hinweise ein. Angaben zur Anzahl und zum Inhalt dieser Hinweise machte die Behörde nicht. Von Garweg und Staub fehlt bislang so gut wie jede Spur.
Allerdings soll sich der 57-jährige Garweg per Brief aus dem Untergrund gemeldet haben: Vor einem Jahr hatte die linke Zeitung „nd“, die früher „Neues Deutschland“ hieß, nach eigener Darstellung „einen Brief von Burkhard Garweg“ veröffentlicht. „Für mich ist die Geschichte der RAF auch eine Geschichte strategischer und taktischer Fehler“, heißt es in dem Schreiben. Die Authentizität des Briefes ließ sich zunächst nicht überprüfen. Gefordert wird darin auch die Freilassung Klettes.
Wegen der Überfälle steht Klette schon seit Anfang März 2025 in Verden vor Gericht. Das Verfahren ist juristisch von dem der Bundesanwaltschaft getrennt und soll bald enden.
Spätestens seit 1990 war Klette von der Bildfläche verschwunden. Nach außen führte sie offenbar ein unauffälliges Leben. Als Einsatzkräfte die ehemalige RAF-Terroristin am 26. Februar 2024 in Berlin-Kreuzberg festnahmen, war die Verwunderung groß. Nachbarn kannten sie als „Claudia“ und schilderten sie als freundliche, grauhaarige Nachhilfelehrerin. In ihrer Wohnung fanden die Ermittler unter anderem Pistolen, Munition und sogar Kriegswaffen.












