Mutmaßliche Vergewaltigung in Jugendzentrum
„Gravierende Versäumnisse“: CDU fordert Abwahl von Berliner Stadträtin
24.03.2026 – 16:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Berliner Bezirksstadträtin Sarah Nagel erntet Kritik wegen ihres Umgangs mit einer mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Jugendzentrum. Sie will erst im März von dem Fall erfahren haben – obwohl erste Informationen schon im Januar bekannt wurden.
Die CDU-Fraktion in Berlin-Neukölln fordert in einem offiziellen Antrag die Abwahl der zuständigen Bezirksstadträtin Sarah Nagel (Linke). Aus einer entsprechenden Mitteilung, die t-online vorliegt, geht hervor, dass der Abwahlantrag am 25. März eingereicht werden soll. Als Begründung nennt die Fraktion „gravierende Versäumnisse“ im Umgang mit einer mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Jugendclub im November. Ein Junge soll dort eine 16-Jährige sexuell belästigt haben.
Das Jugendzentrum hatte im Januar von der mutmaßlichen Vergewaltigung erfahren. Das Jugendamt ist am 28. Januar über die Vorwürfe informiert worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Berlin auf eine Anfrage von t-online. Die zuständige Bezirksstadträtin Nagel erklärte in einer Ausschusssitzung, sie habe hingegen erst am 2. März über die Vorfälle Kenntnis erlangt. Der Vater des mutmaßlichen Opfers hatte in der Woche zuvor Anzeige erstattet.
„Die Bezirksstadträtin weiß mindestens seit dem 2. März – also seit über drei Wochen – von der Tat und der folgenden Untätigkeit der Jugendamtsleitung. Konsequenzen? Fehlanzeige!“, kritisiert der CDU-Vorsitzende Markus Oegel das Vorgehen. Die Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) hatte sich Mitte März bereits für personelle Konsequenzen im Jugendamt ausgesprochen. Nach einer Akteneinsicht fordert nun die gesamte Fraktion eine intensive Befassung mit dem Fall.
Dass der CDU-Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit bekommt, ist laut einem Bericht des „Tagesspiegel“ eher unwahrscheinlich. Die Grünen etwa wollen demnach eine Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses am 30. März abwarten, bevor sie personelle Umstrukturierungen fordern.












