„Gutachten ist abenteuerlich“
Bolt-Chef kritisiert Mindestpreise für Mietwagen in Köln deutlich
24.03.2026 – 15:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Fahrtenvermittler wie Uber und Bolt befürchten in Köln um bis zu 50 Prozent höhere Fahrtkosten durch die neuen Mindestpreise. Am Vorgehen der Stadt gibt es Kritik.
Fahrtenvermittler Bolt hat die geplanten Mindestpreise für Mietwagen in Köln scharf kritisiert. Deutschland-Chef Christoph Hahn sagte im Gespräch mit der Kölner Lokalredaktion von t-online: „Die Datengrundlage für die Allgemeinverfügung bestand darin, dreimal täglich eine Stichprobe zu nehmen. Über einen Zeitraum von sechs Wochen. Das ist aus unserer Sicht abenteuerlich.“
Laut Hahn sei ein Mindestpreis nicht die Lösung, um bestehende Probleme in der Branche zu bekämpfen. „Und auch die Signale aus der Bevölkerung sind eher ablehnend“, führte Hahn weiter aus. Die neuen Mindestpreise für Mietwagen sollen in Köln parallel zum neuen Taxitarif zum 1. Juni eingeführt werden.
Die Kölner Stadtverwaltung hatte Anfang März angekündigt, die Fahrpreise für Mietwagen anpassen zu wollen. Betroffen davon sind unter anderem Mietwagenfahrer, die ihre Dienste über Fahrtenvermittler wie Bolt oder Uber anbieten. Ihre Fahrten müssen künftig mindestens 80 Prozent des Taxitarifs kosten. Die Stadt Köln möchte damit einen fairen Wettbewerb garantieren.
Bolt-Konkurrent Uber rechnet mit bis zu 50 Prozent höheren Preisen. Auch Christoph Hahn erwartet dadurch schwere Folgen, vor allem für die Inhaber der Mietwagenunternehmen: „Sollte es bei den jetzigen Plänen bleiben, wird es Flotten geben, die Insolvenz anmelden müssen. Das ist weder für die Branche noch für die Kunden förderlich.“
Hahn betont zudem, dass auch die bei Bolt vermittelten Fahrten bereits jetzt Preisschwankungen unterworfen sind: „In Spitzenzeiten können wir günstiger sein als die Taxitarife. Aber es gibt auch Zeiträume, an denen wir bei hoher Nachfrage sehr nah an die Taxitarife herankommen.“
Die Ankündigung hätte Bolt überrascht, da die Zusammenarbeit in der Vergangenheit stets gut funktioniert hätte. Nach Bekanntgabe der Ankündigung hätte sich das Unternehmen mit Politik und Stadtverwaltung in Verbindungen gesetzt und nach Lösungen gesucht.
Hahn: „Wir sind froh, dass es jetzt zu einem Runden Tisch kommt, an dem sich alle Beteiligten austauschen. Es wäre allerdings schön gewesen, wenn es diesen gegeben hätte, bevor eine Allgemeinverfügung angekündigt wurde. So hätten wir ergebnisoffen über mögliche Lösungen sprechen können.“











