Lindt-Goldhasen (Symbolbild): Die Lust an Schokolade zu Ostern ist vielen Verbrauchern wohl vergangen. (Quelle: IMAGO/MICHAEL BIHLMAYER/imago)
Schokolade wird teils günstiger, doch ausgerechnet Osterhasen kosten mehr. Viele Verbraucher reagieren bereits – und greifen seltener zu.
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Schoko-Osterhasen gehören für viele zu Ostern dazu. Doch in diesem Jahr müssen Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das zeigt eine Auswertung der Vergleichs-App Smhaggle für die Deutsche Presse-Agentur. Besonders überraschend: Die Preise steigen, obwohl sich die Rohstoffkosten zuletzt teilweise wieder entspannt haben.
Je nach Marke und Größe sind die Preise für Schoko-Osterhasen um sieben bis 29 Prozent gestiegen. Besonders deutlich zeigt sich das am Beispiel des bekannten Lindt-Goldhasen: Die 100-Gramm-Version kostet rund 70 Cent mehr als im Vorjahr, die kleinere Variante mit 50 Gramm etwa 50 Cent mehr. Hochgerechnet zahlen Verbraucher damit bis zu 65 Euro pro Kilogramm Schokolade.
Dass die Preise steigen, obwohl Kakao zuletzt günstiger geworden ist, hat mehrere Gründe. Hersteller kaufen Rohstoffe oft langfristig ein. Das bedeutet: Sinkende Preise an den Börsen kommen erst verzögert im Supermarkt an. Zudem bleiben andere Kosten hoch – etwa für Nüsse, Energie oder Verpackungen. Branchenvertreter bestätigen, dass viele Unternehmen weiterhin mit den höheren Einkaufspreisen aus dem vergangenen Jahr kalkulieren.
Dabei hat sich Schokolade insgesamt in den vergangenen Jahren stark verteuert. Laut Statistischem Bundesamt kostete eine Tafel im Januar rund 70 Prozent mehr als noch 2020, Schokoriegel und ähnliche Produkte sogar etwa 75 Prozent mehr. Zwischenzeitlich war Kakao an den Börsen wegen schlechter Ernten und Extremwetter so teuer wie nie zuvor.
Die steigenden Preise wirken sich inzwischen spürbar auf das Kaufverhalten aus. Laut einer YouGov-Umfrage isst etwa jeder Zweite weniger Schokolade als noch vor zwei Jahren. Gleichzeitig greifen viele gezielter zu Sonderangeboten: Laut Marktforscher NIQ wurden zuletzt knapp drei Viertel der Schokoladenprodukte im Angebot gekauft.
Auch die Verkaufszahlen gehen zurück. Insgesamt sank der Absatz von Schokoladenwaren um rund 5,8 Prozent. Besonders deutlich ist der Rückgang bei saisonalen Produkten: Weihnachtsschokolade wurde etwa 12 Prozent weniger verkauft, bei Osterartikeln lag das Minus bei rund 11 Prozent.
Für die Hersteller ist das eine schwierige Entwicklung. Einige Unternehmen verkauften zwar weniger Produkte, konnten aber durch höhere Preise ihren Umsatz steigern. Dazu zählt beispielsweise Lindt & Sprüngli. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahre ein zweistelliges organisches Wachstum und steigerte seinen Gewinn. Andere spüren den Druck stärker: So schrieb etwa Ritter Sport trotz wachsender Erlöse rote Zahlen. Bei Milka führte hingegen eine große Rabattaktion vor Jahresende zumindest zu einem höheren Verkauf.