DFB-Kader nominiert
Der Bundestrainer geht ins Risiko
19.03.2026 – 16:26 UhrLesedauer: 4 Min.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat seinen Kader für die letzten WM-Tests nominiert. Dabei verfolgt er ein anderes Prinzip als noch bei der Heim-EM.
Rund zweieinhalb Wochen ist es her, da rüttelte Julian Nagelsmann Fußball-Deutschland unsanft wach. In einem Interview mit dem „Kicker“ skizzierte der Bundestrainer überraschend genau seine Pläne für die Fußball-WM im Sommer und ließ auch hinsichtlich des Kaders für die letzten Testspiele im März bereits tief blicken. Es werde Entscheidungen geben, „die vermutlich nicht auf supergroßes Verständnis stoßen. Nicht beim Spieler, aber auch nicht in der breiten Öffentlichkeit“, so seine markige Ankündigung.
Jetzt hat Nagelsmann seinen Kader für die Spiele gegen die Schweiz (27. März) und Ghana (30. März) bekannt gegeben und seine Ankündigung wahr gemacht. Vor allem drei Nominierungen werfen Fragen auf und legen nahe, dass Nagelsmann für die WM eine andere Herangehensweise verfolgt als noch bei der Heim-EM vor zwei Jahren. Damit geht er ins Risiko.
Schon vor der Europameisterschaft vor zwei Jahren erregte die Personalie Leon Goretzka viel Aufsehen – damals allerdings, weil der Bayern-Star keinen Platz im Turnierkader fand. Zwei Jahre später hat sich die Situation völlig verändert. Goretzka ist nicht nur zurück im DFB-Kader, Nagelsmann ließ in seinem „Kicker“-Interview sogar durchblicken, dass der 31-Jährige bei der WM wohl eine tragende Rolle bekommen soll.
Begründet hatte Nagelsmann das mit dem etwas offensiveren Profil, das Goretzka im Gegensatz zu anderen verfügbaren Spielern auf seiner Position mitbringe, und mit seinen guten Leistungen in der Schlussphase der WM-Qualifikation, vor allem beim 1:0-Sieg gegen Nordirland.
Überraschend kommt die Goretzka-Entscheidung dennoch. Immerhin hat er beim FC Bayern aktuell nur die Rolle des Ergänzungsspielers, findet sich die meiste Zeit auf der Bank wieder. Die Tatsache, dass der deutsche Rekordmeister den im Sommer auslaufenden Vertrag Goretzkas nicht verlängern wird und ihn damit vom Hof jagt, sagt vieles über dessen Stellenwert in der Mannschaft aus.
Mit einer tragenden Rolle im DFB-Team, der Eliteauswahl des Landes, passt das kaum zusammen. Immerhin schränkte Nagelsmann am Donnerstag ein, seine Aussagen aus dem „Kicker“-Interview seien kein „Freifahrtschein“ gewesen. „Ich habe gesagt, er hat gute Chancen zu spielen“, so der 38-Jährige. „Spielen heißt auch zwei Minuten.“ Mit seinen Aussagen habe er Goretzka die Sicherheit vermitteln wollen, nicht um einen WM-Platz zittern zu müssen. Natürlich müsse er bei Bayern Minuten sammeln, um auch für eine WM bei hohen Temperaturen fit zu sein.











