Gedenken an Westerwelle
„Einige haben damals die Nase gerümpft“
18.03.2026 – 16:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Angela Merkel, Joachim Gauck und Oliver Pocher: Zahlreiche prominente Gäste gedenken zehn Jahre nach Westerwelles Tod des Spitzenpolitikers. Sein Lebensgefährte Michael Mronz findet bewegende Worte.
Vor zehn Jahren starb Guido Westerwelle. Am Jahrestag an diesem Mittwoch haben Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Außenminister Johann Wadephul (beide CDU) an den FDP-Politiker erinnert. Klöckner würdigte bei einer Gedenkveranstaltung der Westerwelle Foundation in Berlin Westerwelles Einsatz für die Demokratie. Er sei mit seiner „ganzen Persönlichkeit“ für die Meinungsfreiheit eingetreten und regelmäßig auch die Zielscheibe öffentlicher Anfeindungen geworden. Doch er habe mit seinem Auftreten auch Menschen an die Politik gebunden, die sich sonst vielleicht von ihr abgewandt hätten, so Klöckner.
Der Spitzenpolitiker aus Nordrhein-Westfalen erlag 2016 den Folgen einer Leukämie-Erkrankung. Zehn Jahre lang war er Vorsitzender der FDP und damit eines der prägendsten Gesichter der Partei. Unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war er Bundesaußenminister. Sein Lebensgefährte Michael Mronz ist heute Vorstandschef der Westerwelle Foundation, die Unternehmertum in Afrika fördert. Die Stiftung war noch 2013 von Westerwelle selbst gegründet worden.
Zur Gedenkveranstaltung in Berlin erschienen zahlreiche prominente Gäste, darunter auch Ex-Kanzlerin Merkel und der ehemalige Bundestagspräsident Joachim Gauck. Zahlreiche FDP-Politiker wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Philipp Rösler oder Silvana Koch-Mehrin zählten ebenso zu den Gästen wie der Linken-Politiker Dietmar Bartsch, die Grünen-Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann, IOC-Präsident Thomas Bach oder Komiker Oliver Pocher.
Der heutige Außenminister Wadephul erzählte, wie er Westerwelle als Abgeordneter auf Auslandsreisen begleitet habe, als der FDP-Politiker Außenminister war. Er würdigte dessen Entscheidung 2011, damals nicht in Libyen einzumarschieren. Deutschlands Zurückhaltung sei damals kurzsichtig kritisiert worden, dabei sei sie sehr „weitsichtig“ gewesen, so Wadephul. Deutschland profitiere davon noch heute, Deutschland genieße Vertrauen im Nahen Osten. Wadephul betonte außerdem, dass Westerwelle ein „überzeugter Europäer“ gewesen sei.
Lebensgefährte Mronz betonte, dass „Guido“ für seine Themen gebrannt habe und auch deswegen so ein guter Redner gewesen sei. Er erinnerte daran, wie Westerwelle im Jahr 2000 den „Big-Brother“-Container besuchte oder mit dem gelben „Guidomobil“ auf Wahlkampftour unterwegs gewesen sei. Einige hätten damals die Nase gerümpft, so Mronz. Doch Westerwelle sei für seine Haltung eingestanden, auch wenn der Wind von vorn gekommen sei. „Er fehlt und ist trotzdem immer da.“
Westerwelles FDP geht es aktuell sehr schlecht. Sie flog nach der Bundestagswahl 2025 aus dem Bundestag. Bei der Landtagswahl in ihrem Stammland Baden-Württemberg vor rund anderthalb Wochen hatte die Partei ebenfalls den Wiedereinzug in den Landtag verpasst. Das droht der FDP bei den Wahlen in Rheinland-Pfalz am Sonntag laut Umfragen ebenfalls.












