Die Abschläge betragen derzeit 0,3 Prozent für jeden Monat, den jemand früher in Rente geht, als es seine Regelaltersgrenze vorsieht. Experten wie der Wirtschaftsweise Martin Werding hatten ausgerechnet, dass Abschläge von etwa 0,5 Prozent angemessen wären.
Gleichzeitig sind die Zuschläge für späteres Arbeiten laut Bundesbank eher zu hoch. Wer seinen Renteneintritt verschiebt, erhält aktuell pro Monat einen Bonus von 0,5 Prozent. Künftig sollten diese Werte regelmäßig überprüft und stärker an realen demografischen Entwicklungen ausgerichtet werden, schreibt die Bundesbank.
Die Bundesbank schlägt daher vor, Arbeitgeberanteile direkt an Beschäftigte auszuzahlen und freiwillige Weiterzahlungen in die Rentenversicherung zu ermöglichen. Das würde einen Anreiz bieten, länger im Job zu bleiben.
Die Bundesregierung hat stattdessen die Aktivrente eingeführt, mit der Menschen im Rentenalter bis zu 2.000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen dürfen.
Ein weiterer Vorschlag betrifft die sogenannte Standardrente. Bislang basiert sie auf 45 Beitragsjahren. Steigt allerdings das Rentenalter, arbeiten die Menschen im Schnitt länger und zahlen auch länger ein. Aus Sicht der Bundesbank müsste man bei der Berechnung der Standardrente entsprechend mehr Beitragsjahre berücksichtigen. Das hätte zur Folge, dass das ausgewiesene Rentenniveau höher ausfallen würde, was gleichzeitig den Druck auf die Beitragssätze senken würde.
Kritisch sieht die Bundesbank auch die bisherige Praxis bei Bundeszuschüssen. Der Staat finanziert derzeit einen erheblichen Teil der Renten über Steuergelder. Dabei ist aber oft unklar, welche Leistungen genau damit gedeckt werden.
Nötig sei daher eine klare Definition sogenannter versicherungsfremder Leistungen. Das sind Leistungen, die nicht direkt durch Beiträge gedeckt sind – etwa sozialpolitische Maßnahmen. Diese sollten konsequent über Steuern finanziert werden. So soll es etwa bei der beschlossenen Mütterrente III passieren.
Solche Reformen sollten allerdings nur mit klarer Gegenfinanzierung beschlossen werden, da auch der Bundeshaushalt selbst unter starkem Druck stehe.
Neben der gesetzlichen Rente setzt die Bundesbank auch auf mehr kapitalgedeckte Vorsorge. Konkret fordert sie: einfachere und günstigere Produkte, mehr Transparenz, gezielte Förderung für Geringverdiener. Allerdings sei klar, dass diese Maßnahmen erst langfristig wirken und die aktuellen Finanzprobleme nicht lösen könnten.
Die Bundesregierung hat hier bereits Schritte unternommen und eine Reform der privaten Altersvorsorge in Bundestag und Bundesrat eingebracht. Unter anderem ist mit dem sogenannten Altersvorsorgedepot ein renditestarker Nachfolger für die Riester-Rente geplant.










