Polizei warnt vor Kriminellen
Perfider Betrug: Falsche Polizisten erbeuten 60.000 Euro
15.03.2026 – 10:59 UhrLesedauer: 2 Min.
In Thüringen ist ein Rentner Opfer einer perfiden Betrugsmasche geworden. Ein falscher Polizist erbeutete eine enorme Summe Bargeld. Die echte Polizei warnt nun eindringlich vor der Rückkehr dieser Methode.
Ein 86-jähriger Mann aus Eisfeld (Landkreis Hildburghausen) hat am Samstag rund 60.000 Euro an Kriminelle verloren. Wie die Polizei mitteilte, ging der Tat ein sogenannter Schockanruf voraus.
Bei dieser Betrugsform geben sich die Täter am Telefon als Polizeibeamte aus. Sie berichten von angeblichen schweren Unfällen, in die nahe Angehörige verwickelt seien. Um eine vermeintliche Haftstrafe abzuwenden, fordern die Betrüger die Zahlung einer Kaution in Form von Bargeld, Schmuck oder anderen Wertsachen.
Im aktuellen Fall versuchte der Rentner zwar noch, seine Angehörigen zur Überprüfung zu erreichen, was ihm jedoch nicht gelang. Im Glauben, die Geschichte der Anrufer entspreche der Wahrheit, übergab er das Geld schließlich an einen Unbekannten.
Immer wieder schildert die Polizei solche Fälle. Und die Polizisten warnen: Die Täter werden immer dreister. Doch wer vorbereitet ist, kann ihre Masche erkennen. Die Polizeibehörden der Bundesländer geben deshalb entsprechende Hinweise.
Das Vorgehen der Betrüger folgt fast immer dem gleichen Schema.
Der erste Schock: Ein angeblicher Polizist ruft an. Er berichtet von Einbrüchen, Überfällen oder Unfällen, bei denen persönliche Daten der Opfer aufgetaucht seien. Oft geht es auch um schwere Vorwürfe gegen Angehörige.
Die Drohung: Die Täter setzen ihr Opfer massiv unter Druck. Mal drohen sie mit Haft für Familienmitglieder, mal behaupten sie, Bankangestellte seien kriminell.
Die Geldforderung: Um einen angeblichen Schaden abzuwenden, sollen die Opfer Bargeld, Schmuck oder andere Wertsachen an einen vermeintlichen Polizisten übergeben. Die Übergabe erfolgt oft direkt an der Haustür.
Die Täuschung: Damit alles glaubwürdig wirkt, lassen die Täter sogar die Nummer 110 oder örtliche Polizeinummern im Telefondisplay erscheinen. Möglich wird das durch eine Technik namens „Call-ID-Spoofing“.
Die falschen Polizisten schlagen nicht nur am Telefon zu. Besonders an touristischen Orten sind Trickdiebe unterwegs. Meist sind sie zu dritt: Einer spricht das Opfer an, etwa mit einer harmlosen Frage nach dem Weg. Kurz darauf treten die Komplizen auf, geben sich als Polizisten aus und behaupten, nach Drogen suchen zu müssen. Bei der vermeintlichen Durchsuchung stehlen sie Bargeld und Kreditkarten.
Schon beim kleinsten Zweifel sollten Betroffene sofort die Polizei einschalten. Jeder Hinweis wird ernst genommen und geprüft. Im Zweifel gilt immer: Besser einmal zu viel misstrauisch sein, als Opfer eines Betrugs zu werden.










