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Home » Lebenserwartung in Europa: Studie zeigt wachsende Ungleichheit
Gesundheit

Lebenserwartung in Europa: Studie zeigt wachsende Ungleichheit

By zeit-heute.deMärz 13, 20263 Mins Read
Lebenserwartung in Europa: Studie zeigt wachsende Ungleichheit
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Neue Studie zeigt

Lebenserwartung in Europa driftet auseinander


Aktualisiert am 13.03.2026 – 10:32 UhrLesedauer: 2 Min.

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Seniorin: Wie lange Menschen leben, hängt auch davon ab, in welcher Region sie wohnen. (Quelle: PIKSEL/getty-images-bilder)

In Europa entwickeln sich die Chancen auf ein langes Leben zunehmend unterschiedlich. Während manche Regionen große Fortschritte machen, bleiben andere deutlich zurück.

Die Lebenserwartung in Westeuropa hat in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt zugenommen. Doch diese Entwicklung verläuft längst nicht überall gleich. Eine neue Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) und des französischen Instituts für demografische Studien (INED) zeigt nun: Die Unterschiede zwischen den Regionen werden seit Jahren größer.

Für ihre Untersuchung werteten die Forscher Sterblichkeitsdaten aus 450 Regionen in 13 westeuropäischen Ländern aus. Die Daten decken den Zeitraum von 1992 bis 2019 ab und ermöglichen damit einen langfristigen Blick auf die Entwicklung der Lebenserwartung – ohne Verzerrungen durch die Corona-Pandemie. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Zwischen 1992 und 2005 stieg die Lebenserwartung demnach besonders schnell. Bei Männern nahm sie im Durchschnitt um etwa 3,5 Monate pro Jahr zu, bei Frauen um rund 2,5 Monate. Die Forscher sprechen deshalb von einem „goldenen Zeitalter“. In dieser Phase konnten viele Regionen mit bislang niedriger Lebenserwartung aufholen und die Unterschiede verringern.

Doch ab etwa 2005 änderte sich der Trend deutlich. In den Jahren 2018 und 2019 stieg die Lebenserwartung nur noch um etwa zwei Monate pro Jahr bei Männern und um einen Monat bei Frauen.

Gleichzeitig öffnete sich die Kluft zwischen den Regionen wieder. Besonders Gebiete mit ohnehin niedriger Lebenserwartung konnten kaum noch Fortschritte erzielen.

„Ausschlaggebend ist hierbei die Entwicklung der Sterblichkeit bei den 55- bis 74-Jährigen“, erklärt der Bevölkerungsforscher Pavel Grigoriev vom BiB laut Pressemitteilung. In manchen Regionen stagniert demnach die Sterblichkeit in dieser Altersgruppe sogar oder steigt wieder an. Das sei besonders problematisch, weil viele Menschen in diesem Alter noch berufstätig seien und mitten im Leben stünden.

Auch in Deutschland zeigen sich regionale Unterschiede. Nach der Wiedervereinigung holten viele ostdeutsche Regionen zunächst stark auf. Zwischen 1990 und 2005 näherten sich die Lebenserwartungen im Osten und Westen deutlich an.

Seit Mitte der 2000er-Jahre verlangsamte sich jedoch auch hier der Fortschritt. Neben Teilen Ostdeutschlands zeigen inzwischen auch Regionen im Norden und Westen ungünstigere Entwicklungen.

Bei Frauen hängt dies laut Studie unter anderem mit den Folgen des Tabakkonsums zusammen. In diesen Regionen wird traditionell mehr geraucht als etwa in Süddeutschland.

Im gesamteuropäischen Vergleich schneiden deutsche Regionen eher mittelmäßig ab. „Im Untersuchungszeitraum konnte sich keine einzige Region in Deutschland innerhalb der oberen zehn Prozent aller westeuropäischen Regionen mit der höchsten Lebenserwartung etablieren“, sagt Studienautor Sebastian Klüsener vom BiB.

Trotz der insgesamt verlangsamten Entwicklung gibt es weiterhin Regionen mit deutlichen Verbesserungen. Besonders in Norditalien, der Schweiz und in Teilen Spaniens steigt die Lebenserwartung weiterhin relativ stark – teilweise um etwa drei Monate pro Jahr. Diese Beispiele zeigen laut den Forschern, dass weitere Fortschritte grundsätzlich möglich sind. Gleichzeitig warnen sie vor wachsenden regionalen Ungleichheiten.

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