„Uns stinkt der Ausweichverkehr“
Alpen-Dorf spricht Touristen-Verbot für Straße aus
12.03.2026 – 16:59 UhrLesedauer: 1 Min.
Eine Gemeinde in der Schweiz leidet unter ständigen Staus auf der Hauptstraße. Jetzt gibt es eine Ausweichstrecke – nur für Einheimische.
In der Schweizer Gemeinde Domat/Ems im Kanton Graubünden soll in diesem Jahr erstmals eine Ausweichstrecke öffnen, um lange Staus auf der Hauptstraße zu umfahren – allerdings nur für Einheimische. Touristen sind von der Nutzung der Straße ausgeschlossen, wie die Gemeinde in einer Pressemitteilung bekannt gab. Erstmals werde die neue Straße an Ostern in Betrieb sein, hieß es.
Der Autoverkehr, Staus und Abgase belasten die Gemeinde seit Jahren. Sie liegt nahe der viel befahrenen A13, auf der sich nicht selten Blechlawinen von Touristen durch die Schweiz schlängeln. Viele Autofahrer weichen dann auf die Hauptstraße von Domat/Ems aus. Gemeindepräsident Erich Kohler hatte laut der Zeitung „Blick“ schon im vergangenen Sommer gesagt: „Uns stinkt der lärmende Ausweichverkehr.“
Nun öffnet die Gemeinde die Ausweichstrecke erstmals, mit der der Stau umfahren werden kann. Die Nutzung sei „ausschließlich Personen mit Hauptwohnsitz oder Wochenaufenthalt in der Gemeinde“ gestattet, hieß es. Wer die Straße nutzen wolle, müsse sich rechtzeitig eine entsprechende Bewilligungskarte ausstellen lassen. Ein Sicherheitsdienst soll diese vor Ort kontrollieren. Andere Autofahrer werden hingegen in den Stau zurückgelotst – auch Touristen.
Der Nutzen der „Blue Line“ genannten Ausweichroute soll zunächst in einem Pilotprojekt im Frühjahr und Sommer dieses Jahres geprüft werden. Wie die Zeitung „Südostschweiz“ berichtete, soll der Andrang groß sein. Bislang hätten sich schon fast 1.400 Menschen gemeldet, um eine Genehmigung zu beantragen. Domat/Ems hat rund 8.000 Einwohner.












