Medizintechnik-Bande zerschlagen
FBI löst deutschen 400.000-Euro-Krimi
Aktualisiert am 12.03.2026 – 13:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Bande klaut Medizintechnik im Wert von 400.000 Euro aus einem deutschen Krankenhaus. Eine Jagd über drei Kontinente beginnt. Zehn Jahre später sind zwei Geräte wieder da – dank FBI.
Das St. Carolus Krankenhaus im sächsischen Görlitz hat teure Technik zurückerhalten, die eine Bande vor zehn Jahren gestohlen hatte. Wie die Polizei jetzt mitteilte, fand die Übergabe bereits im November statt. Das amerikanische FBI hatte die beiden Endoskope im Wert von mehreren Zehntausend Euro entdeckt und zurück nach Europa geschickt.
Der Diebstahl habe das St. Carolus Krankenhaus im Juli 2016 „ziemlich hart“ getroffen, erklärte nun Geschäftsführer Lutz Möller. Laut Polizei hatten die Täter damals „in einer gut geplanten Nacht-und-Nebel-Aktion zugeschlagen“.
Vier Männer und eine Frau seien damals trickreich ins Gebäude gelangt und hätten gezielt hochwertige Medizintechnik für 400.000 Euro zusammengerafft, bevor die Flucht über einen Hintereingang gelungen sei. Anschließend sei das Diebesgut als Computertechnik getarnt nach Kolumbien verschickt worden, wo es andere Bandenmitglieder aufgearbeitet und über den Schwarzmarkt an Krankenhäuser in Südamerika und in den USA verkauft hätten.
Der Diebstahl blieb kein Einzelfall, die Bande war der Polizei zufolge damals in ganz Europa aktiv. Europol übernahm die Ermittlungen. Im November 2017 konnten insgesamt elf Bandenmitglieder nach Einbrüchen in Peru und Israel festgenommen werden.
Auch das FBI schaltete sich ein, nachdem Diebesgut aus Niedersachsen in Miami aufgetaucht war. Es folgten der Polizei zufolge umfangreiche Ermittlungen und Durchsuchungen in den USA, in Kolumbien und Panama. Das FBI habe dabei die Bandenstrukturen zerschlagen können, sodass seit Frühjahr 2019 keine der Serie zuzuordnenden Fälle mehr in Deutschland bekannt geworden seien.
Es dauerte noch bis zum Mai 2024, dann teilte das FBI Europol mit, insgesamt 84 gestohlene Geräte sichergestellt zu haben, 41 davon aus Deutschland. Zwei Endoskope seien eindeutig dem Einbruch ins St. Carolus Krankenhaus in Görlitz zugeordnet worden, wo sich Geschäftsführer Lutz Möller jetzt freute: „Dass wir die Technik je wiederbekommen, hätten wir nicht gedacht.“
Ob das Krankenhaus die Endoskope allerdings noch einsetzen kann, ist laut Polizei unklar. Das Krankenhaus müsse erst prüfen, ob die Instrumente mit der heutigen Technik kompatibel seien. Zudem seien die Geräte längst ersetzt.












