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Home » Darum wurde der Ostermontag abgeschafft
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Darum wurde der Ostermontag abgeschafft

By zeit-heute.deMärz 10, 20262 Mins Read
Darum wurde der Ostermontag abgeschafft
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Für Fünf-Tage-Woche

Als die DDR den Ostermontag abschaffte


Aktualisiert am 11.02.2025Lesedauer: 2 Min.

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Schoko-Osterhasen: Sie wurden im VEB Görlitzer Süßwarenfabrik „Bergland“ Niederoderwitz produziert. (Quelle: Ulrich Hässler/imago-images-bilder)

1967 war der Ostermontag in der DDR zum vorerst letzten Mal ein gesetzlicher – und vor allem arbeitsfreier – Feiertag. Es sollte 23 Jahre dauern, bis er wieder eingeführt wurde. Das steckte dahinter.

Es war ein recht kühler, wolkiger Ostermontag, damals am 27. März 1967. Mancherorts tröpfelte es sogar ein wenig. Und das Thermometer kam über die 14-Grad-Marke nicht hinaus. Einige DDR-Bürger, die schon einen Fernseher besaßen, machten es sich deshalb zu Hause bequem und schauten – beim Klassenfeind – die „Rudi-Carrell-Show“.

Was die meisten nicht ahnten: Dieser Ostermontag sollte zum vorerst letzten Mal ein gesetzlicher, also arbeitsfreier Feiertag in der DDR sein. Der Grund war aber weniger die Skepsis der SED-Führung gegenüber christlichen Festen wie Weihnachten, Pfingsten oder eben Ostern. Vielmehr wurden wenige Wochen später, auf dem VII. Parteitag, die Weichen für einige wirtschaftspolitische Neuerungen gestellt.

Diese betrafen auch die Wochenarbeitstage der DDR-Bürger. Bereits Ostern 1966 hatte die Ost-Berliner Regierung die Arbeitszeit von 48 auf 45 Wochenstunden gesenkt. Jeder zweite Sonnabend blieb fortan arbeitsfrei.

Während des SED-Parteitages zwischen dem 17. und 22. April 1967 in Berlin präsentierte Staats- und Parteichef Walter Ulbricht den nächsten Sozial-Coup: Neben der Erhöhung des Mindesturlaubs, der Mindestbruttolöhne, der Mindestrenten und des Kindergeldes für das vierte sowie jedes weitere Kind, schlug Ulbricht die Fünf-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich vor.

Den Wirtschaftslenkern war aber klar, dass gerade letzterer Vorschlag nicht ohne Abstriche finanzierbar war. Ulbricht formulierte es damals so:

„Mit Einführung der durchgängigen Fünf-Tage-Arbeitswoche müsste unter den gegenwärtigen Bedingungen die tägliche Arbeitszeit um etwa eine halbe Stunde verlängert werden. Das würde für viele Werktätige eine Mehrbelastung darstellen. (…) Wir schlagen deshalb der Regierung vor, die volle 5-Tage-Arbeitswoche einzuführen und (…) die Arbeitszeit und Feiertage neu zu regeln.“

Das hieß im Klartext: Für den arbeitsfreien Samstag mussten einige gesetzliche, arbeitsfreie Feiertage geopfert werden. Die Wahl fiel am Ende auf fünf Feiertage, davon vier kirchliche. Was den DDR-Oberen sicher nicht ganz ungelegen war. Neben dem Tag der Befreiung (8. Mai), Christi Himmelfahrt, dem Reformationstag (31. Oktober) sowie Buß- und Bettag wurde auch der Ostermontag gestrichen.

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