
Österreich meldet Rekordzahlen
West-Nil-Virus rückt näher an Deutschland heran
19.02.2026 – 11:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Das West-Nil-Virus galt lange als Tropenkrankheit. Nun breitet es sich in Österreich deutlich aus. Fachleute warnen: Auch für Deutschland wächst das Risiko.
Eine aktuelle Langzeitstudie des Zentrums für Virologie der Medizinischen Universität Wien zeigt einen deutlichen Anstieg der Infektionen mit dem West-Nil-Virus in Österreich. Im Jahr 2024 registrierten Behörden 37 bestätigte Fälle beim Menschen – so viele wie nie seit dem ersten Nachweis im Jahr 2009. Die Forscher sprechen von einem Übergang von einer sporadischen, also vereinzelten, zu einer endemischen Übertragung. Endemisch bedeutet: Das Virus zirkuliert dauerhaft in einer Region.
Besonders betroffen war erstmals das nördliche Burgenland mit 16 Fällen. Gleichzeitig stieg dort auch die Zahl der Infektionen mit dem Usutu-Virus auf 27. Beide Erreger gehören zu den sogenannten Arboviren. Das sind Viren, die durch Insekten wie Mücken übertragen werden. Die Daten deuten darauf hin, dass sich stabile Übertragungszyklen in neuen Regionen etabliert haben.
Das West-Nil-Virus stammt ursprünglich aus Afrika. In Europa verbreitet es sich vor allem über Stechmücken der Gattung Culex. Diese Mücken sind auch in Mitteleuropa heimisch und stechen bevorzugt in den Abend- und Nachtstunden. Ein Impfstoff oder eine spezifische Therapie für Menschen existieren bislang nicht.
Die meisten Infektionen verlaufen mild oder sogar ohne Symptome. Rund 80 Prozent der Infizierten bemerken nichts von der Erkrankung. Etwa 20 Prozent entwickeln grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In ungefähr einem Prozent der Fälle kommt es jedoch zu schweren neurologischen Komplikationen. Dazu zählen eine Hirnhautentzündung (Meningitis), eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder Lähmungen. Besonders gefährdet sind Menschen über 50 Jahre.
Von den 37 registrierten Fällen in Österreich mussten 19 Patienten wegen schwerer Verläufe im Krankenhaus behandelt werden. Da viele Infektionen unentdeckt bleiben, gehen Fachleute von einer hohen Dunkelziffer aus.











