
Experten geben Einschätzung
Zinsprognose für 2026: Wann eine Erhöhung möglich ist
16.02.2026 – 16:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Geopolitisch ist einiges los, das kann sich auch auf die Finanzpolitik auswirken. Ob eine Zinsänderung vonseiten der Zentralbank zu erwarten ist?
Immer mehr Finanzexperten glauben mittlerweile, dass die Europäische Zentralbank (EZB) zinspolitisch im Jahr 2026 abwartet. Sollte es doch Bewegung geben, dann dürfte es wieder aufwärtsgehen, so der Konsens. Denn: Die Inflation dürfte 2026 stabil bei zwei Prozent bleiben, die Wirtschaft in der Eurozone könnte sogar ein leichtes Wachstum erleben. Die größte Unsicherheit kommt derzeit aus den USA: Sollte es erneut zu einer Eskalation im Zollstreit kommen, könnte ein Eingreifen der EZB notwendig sein. Darauf gibt es aktuell aber noch keine Hinweise.
85 Prozent der befragten Ökonomen sagten im Januar der Nachrichtenagentur Reuters, dass sie in diesem Jahr keine Zinsschritte erwarten. Auch die Fachexperten des Finanzportals „Squarevest“ sehen für 2026 keine Veränderungen kommen, spätestens Mitte 2027 könnte es wieder etwas Bewegung geben. Langfristig sehen sie die EZB eine Strategie von „higher for longer“ (Zinsen länger auf einem höheren Niveau halten) verfolgen. Im Gespräch sind aber moderate Erhöhungen von aktuell 2,0 auf höchstens 2,5 Prozent.
Für Sparer bedeutet das, dass sich wenig bei Zinsangeboten der Banken ändern dürfte. Aktuell versuchen viele Banken, neue Kunden mit attraktiven Aktionszinsen aufs Tagesgeld zu locken. Dabei gibt es für wenige Monate auch mal über 3 Prozent auf das angelegte Guthaben. Auch für Festgelder mit längerer Laufzeit kann es bis an die 3-Prozent-Grenze gehen.
Bleibt es bei den aktuellen Zinsprognosen, wird es bei diesem Niveau an Sparzinsen auch bleiben. Wer das Beste für sein Geld herausholen will, sollte regelmäßig die Angebote vergleichen. Noch immer gibt es zahlreiche Banken und Sparkassen in Deutschland, die ihren Kunden gar keine Zinsen auf Sparguthaben zahlen.
Wer langfristig mehr Geld bekommen will, kann auf dem Kapitalmarkt erfolgreich werden. Insbesondere mit ETF-Sparplänen gibt es niederschwellige Möglichkeiten, Geld risikoarm anzulegen. Pro Jahr können Sparer im Schnitt sieben Prozent Rendite erzielen – also mindestens doppelt so viel wie mit Festgeld zu heutigen Bedingungen.
Sparer in Deutschland setzen auch auf diese Methode. „Immer mehr Menschen erkennen, dass Wertpapiere ein zentraler Baustein für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge sind“, bilanzierte der Präsident des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI), Matthias Liermann, vergangene Woche. 2025 war demnach ein neues Rekordjahr für Fondssparpläne.









