
Füllstand sehr niedrig
Nur noch sieben Prozent: größter Gasspeicher fast leer
Aktualisiert am 15.02.2026 – 20:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Deutschlands Gasspeicher sind kaum noch gefüllt. Auch im niedersächsischen Rehden, wo Deutschlands größter Speicher steht, sinken die Pegel. Ein Grund zur Sorge?
Es war bitterkalt in Norddeutschland. Während in anderen Regionen des Landes moderate Plusgrade erreicht wurden, zitterte Hannover bei –6 Grad. Kein Wunder, dass die Heizungen aufgedreht wurden. Mit dem Ergebnis: Deutschlands größter Gasspeicher in Rehden hat sich dramatisch geleert.
Der Füllstand des großen Porenspeichers im Landkreis Diepholz betrug am 11. Februar 2026 noch etwas mehr als sieben Prozent. Der Riesen-Gasspeicher sichert nicht nur die Versorgung in der Region. Rund ein Fünftel der gesamten Gasspeicherkapazitäten Deutschlands wird von der Anlage in Rehden abgedeckt. Laut dem Betreiber reichen die rund vier Milliarden Kubikmeter Erdgas, um zwei Millionen Einfamilienhäuser ein Jahr lang zu versorgen.
Schon im November 2025 zeichnete sich ab, dass der Füllstand in Rehden zu gering ist. Damals lag der Pegel laut der Initiative Energie bei 25,4 Prozent – die gesetzliche Füllstandsvorgabe hatte zum 1. November 2025 aber mindestens 45 Prozent vorgesehen.
Das Bundeswirtschaftsministerium sieht keinen Grund zur Beunruhigung. „Wir monitoren die Lage täglich – Sorgen sind nicht angebracht“, zitiert die „Tagesschau“ die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Und Susanne Ungrad vom Bundeswirtschaftsministerium sagt zum NDR, die Füllstandsvorgaben seien eine „Zielmarke, die zu erreichen gut wäre“. Ein Problem bei der Versorgung würde nicht bestehen.
Die Gelassenheit hat Gründe: So verliert der Gasspeicher in Rehden an Bedeutung. Als Porenspeicher kann Gas dort nur langsam ein- und ausgespeichert werden. Und das sei kostenintensiv und koste die Steuerzahler, obwohl es keinen Engpass gebe, so Susanne Ungrad.
Die Versorgung mit Erdgas hat sich seit dem Ukraine-Krieg verändert. Inzwischen spielen im Norden andere Lieferwege eine wichtigere Rolle. So wurden die LNG-Terminals für Flüssiggas-Lieferungen ausgebaut, diese befinden sich in Mukran auf Rügen, in Wilhelmshaven sowie im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel an der Elbe. Dazu komme noch Pipelinegas aus Norwegen. Ein weiteres LNG-Terminal in Stade ist zwar fertig gebaut, aber bisher nicht im Einsatz. Damit ist im Norden insgesamt für Nachschub gesorgt.
Jochen Linßen, Experte für Energiesysteme am Forschungszentrum Jülich, sagt zum NDR: „Die Situation ist nicht entspannt, aber es gibt auch keine Anzeichen, dass es kritisch ist.“ Es könne flexibel Gas gekauft werden, die Situation habe sich im Vergleich zu den Zeiten vor der Ukraine-Krise verändert.
In der Kalenderwoche vier verbrauchte Deutschland rund 30,4 Terawattstunden (TWh). Das ist etwas weniger als in den Jahren 2018 bis 2021 im Vergleichszeitraum. In der aktuellen Kalenderwoche wurden rund 21 TWh als LNG-Gas oder durch Pipelines importiert – die Differenz kam aus den Gasspeichern.
Nur ein Faktor ist bislang eine schwer kalkulierbare Variable: die winterlichen Temperaturen. So verheizte Deutschland in der Woche ab 5. Januar fast vier Terawattstunden mehr als im mehrjährigen Durchschnitt. Sollten die frostigen Temperaturen zurückkehren, müsste die Importmenge deutlich erhöht werden. Denn die Speicher sind fast leer.










