
Stille Post
Diese absurde Geschichte ist einmal um die Welt gegangen
Aktualisiert am 14.02.2026 – 11:05 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein britisch-niederländisches Podcast-Duo ist einer Geschichte nachgegangen, die in ihrem Freundeskreis erzählt wurde. Auf der Spur nach dem Ursprung machen sie eine erstaunliche Entdeckung.
Haben Sie vielleicht schon mal diese (oder eine ähnliche) Geschichte gehört? Ein Paar geht mit ihrem Hund einkaufen, als dieser plötzlich vor einem Luxuskaufhaus tot umfällt. Die Hundebesitzer sind geschockt, wissen aber im nächsten Schritt nicht, was sie mit dem toten Tier machen sollen. Also fragen sie im Luxuskaufhaus nach, ob die Verkäufer helfen können. Diese bringen dem Paar eine Einkaufstüte, in die sie den Hundeleichnam einpacken können. Die Hundebesitzer wollen ihn dann zum Tierarzt bringen, doch auf dem Weg dahin werden sie Opfer eines Diebstahls: Dahergelaufene Diebe stehlen den Beutel, im Glauben, dass darin Luxusware sein muss.
Klingt nach einer verrückten Geschichte, oder? Das haben sich auch zwei Podcasterinnen aus den Niederlanden gedacht, als sie sie zum ersten Mal gehört haben. Die beiden Frauen betreiben einen englischsprachigen Podcast mit dem Titel „When the cops say no, we say yes“ (zu Deutsch: Wenn die Polizei Nein sagt, sagen wir Ja). Das Prinzip der Show: Hörer melden kuriose, lustige, seltsame Geschichten, denen Lauren Kilby und Karen Whitehouse dann nachgehen und versuchen, sie „aufzuklären“.
So kam es auch, dass sie auf die Geschichte mit dem toten Hund in der Tüte aufmerksam wurden. Die Einsendung kam von einer Person, die behauptete, dass die Geschichte „einem Freund eines Freundes“ passiert sei. Die Hörerin wollte wissen, was danach passiert sei und wie es den Hundebesitzern jetzt gehe. Also machten sich Kilby und Whitehouse auf die Suche nach dem Paar, dem diese Tragödie widerfahren war.
Doch innerhalb kurzer Zeit wird klar: Der „Freund eines Freundes“ hat es auch von einem „Freund eines Freundes“ gehört. Und der wiederum auch. Der auch – die Kette wird immer länger. Manchmal haben sie es auch von einem entfernten Verwandten gehört oder der Chef hat es im Büro erzählt. Und immer sind die Betroffenen fest davon überzeugt, dass die Geschichte ganz sicher echt ist.
Die Kette der Menschen, die die Geschichte gehört und weitererzählt haben, überschreitet schnell auch mehrere internationale Grenzen. Kilby und Whitehouse hören Versionen aus den Niederlanden, Deutschland, Dänemark, der Slowakei, den USA und aus Südafrika. Und zwar immer so, als ob sie einem persönlichen Bekannten passiert sind, dem sie ganz sicher glauben.
Die Geschichte verändert sich nach den Recherchen von Whitehouse und Kilby immer wieder. Mal findet sie in Paris, mal in Düsseldorf oder München statt; mal ist das Luxuskaufhaus eine Filiale von Louis Vuitton, mal Prada oder Gucci. Manchmal befindet sich das tote Tier auch in einem Koffer oder einem großen Rucksack, manchmal sind es nicht die Besitzer selbst, sondern ein Hundesitter oder Freund, der das tote Tier transportieren muss. Manchmal ist auch das Tier gar kein Hund, sondern eine Katze, ein Affe, eine Schlange, ein Leopard oder ein Stachelschwein. In einer Variation der Geschichte stirbt nicht nur ein Tier, sondern auch ein Mensch.











