
Ausflugstipp für Berliner
Fontane, Fachwerk, Friedrich der Große: Rundgang durch Neuruppin
14.02.2026 – 09:16 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Spaziergang durch Neuruppin führt vorbei an Fachwerk, Stadtmauer und Tempelgarten bis an den Ruppiner See. Die Route lässt sich gut an einem Tag ablaufen.
Rund 75 Kilometer nordwestlich von Berlin liegt am Westufer des Ruppiner Sees eine Stadt, die eng mit einem der bekanntesten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts verbunden ist: Neuruppin. Hier wurde am 30. Dezember 1819 Theodor Fontane geboren.
Wer unbedingt einmal am Geburtshaus Fontanes gewesen sein möchte, sollte zur Löwen-Apotheke in der Karl-Marx-Straße gehen. Sie liegt nur wenige Fußminuten vom Bahnhof „Rheinsberger Tor“ entfernt. In der Wohnung über der Apotheke seines Vaters erblickte Fontane das Licht der Welt.
Sieben Jahre lebte die Familie Fontane im Haus der Löwen-Apotheke. 1826 musste sie Neuruppin allerdings aus finanziellen Gründen verlassen – der Vater hatte Spielschulden. Die Familie zog nach Swinemünde. Erst nach der Trennung der Eltern zog Fontanes Mutter mit Theodors um 18 Jahre jüngerer Schwester wieder nach Neuruppin. Hier besuchte sie der Dichter häufig.
Neuruppin wird stets als die „preußischste Stadt Preußens“ bezeichnet. Damit verbunden ist das Bild einer preußischen Garnisonsstadt, die Ordnung und Bildung ausstrahlt, aber auch eine gewisse Strenge. Das kommt nicht von ungefähr: Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1787 wurde Neuruppin nahezu vollständig neu aufgebaut.
Der Wiederaufbau folgte einem einheitlichen Plan und orientierte sich an den Gestaltungsprinzipien des Klassizismus. Breite Straßen, klare Sichtachsen und ein geschlossenes Ensemble repräsentativer Bauten traten an die Stelle der früheren mittelalterlichen Bebauung.
Wer vom Bahnhof „Rheinsberger Tor“ in Richtung Fontane-Haus einen kleinen Schlenker macht, kommt an der Stadtmauer und den Wallanlagen vorbei. Hier finden sich die Überreste der Steinmauern, die im 14. Jahrhundert als geschlossene Ringmauer um Neuruppin errichtet wurden. Etwas versteckt an der historischen Stadtmauer zwischen Rosen- und Scharländerstraße befindet sich die „Prinzenpforte“. Der Name stammt von einem Tor in der Stadtmauer, das Kronprinz Friedrich (später Friedrich der Große) einst nutzte, um unbemerkt in den Tempelgarten zu gelangen. Das Haus des Kronprinzen befand sich unweit dieser Pforte.











