
Sterberisiko älterer Frauen
Diese Trainingsform könnte die Lebenserwartung erhöhen
14.02.2026 – 08:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Körperliche Fitness begünstigt Langlebigkeit. Welche Art von Training dabei besonders wirksam sein könnte, zeigt eine große Studie mit älteren Frauen.
Wer sich ein langes, gesundes Leben wünscht, sollte womöglich mehr Krafttraining betreiben. Laut einer neu veröffentlichten Studie gilt das zumindest für Frauen. Das Forschungsteam konnte einen Zusammenhang zwischen der Muskelkraft und dem Sterberisiko älterer Frauen nachweisen: Eine starke Muskulatur ist bei Frauen wohl mit besseren Überlebenschancen verbunden.
An der Studie nahmen mehr als 5.000 Frauen im Alter zwischen 63 und 99 Jahren teil. Die Wissenschaftler ließen sie zu Beginn verschiedene Tests absolvieren. Unter anderem wurde darin die Griffkraft der Hand gemessen. Zudem wurde ermittelt, wie lange die Probandinnen brauchten, um fünfmal von einem Stuhl aufzustehen, ohne sich mit den Armen abzustützen. Ergänzend trugen die Teilnehmerinnen eine Woche lang einen Bewegungssensor. So konnte festgestellt werden, wie viel sich die Frauen tatsächlich bewegten – und wie lange sie saßen.
In den folgenden Jahren verfolgte das Forschungsteam, wie sich der Gesundheitszustand der Frauen entwickelte und welche Teilnehmerinnen starben. Dabei zeichnete sich ein klarer Trend ab: Frauen mit besonders starkem Griff hatten ein geringeres Risiko, im Beobachtungszeitraum zu sterben, als Frauen mit weniger Muskelkraft. Auch die Leistung im Stuhl-Aufsteh-Test spielte eine Rolle – wer schneller aufstehen konnte, wies ebenfalls eine niedrigere Sterblichkeit auf. Deutlicher fiel der Zusammenhang jedoch bei der Griffkraft aus.
Derartige Beobachtungen legen gewisse Fragen nahe: Ist tatsächlich die Muskelkraft entscheidend? Oder könnten andere Faktoren den Zusammenhang erklären? Schließlich unterscheiden sich Menschen nicht nur in ihrer Kraft, sondern auch in Alter, Körpergewicht, Vorerkrankungen und Lebensgewohnheiten wie Rauchen oder Alkoholkonsum. Zudem liegt die Vermutung nahe, dass kräftigere Frauen insgesamt aktiver sind – möglicherweise wäre also nicht die Muskelkraft selbst ausschlaggebend, sondern ein bewegungsreicher Alltag.
Um solchen möglichen Verzerrungen nachzugehen, berücksichtigten die Forschenden all diese Einflussgrößen in ihren statistischen Modellen. Das Ergebnis: Der Zusammenhang zwischen Muskelkraft und Sterblichkeit blieb bestehen. Dabei konnte sich das Team die Messergebnisse der Bewegungssensoren zunutze machen. Wie die Auswertung erkennen ließ, hatten selbst wenig aktive Teilnehmerinnen mit hoher Muskelkraft ein geringeres Sterberisiko.
Der Zusammenhang zwischen Muskelkraft und Sterberisiko wurde nicht nur bei Frauen beobachtet. Zahlreiche frühere Studien zeigen vergleichbare Effekte auch bei Männern. Warum genau Kraft so bedeutsam ist, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Dass starke Muskeln irgendeinen magischen lebensverlängernden Schutzeffekt entfalten, ist als Erklärung unwahrscheinlich. Die Forscher betrachten Kraft eher als biologischen Marker, der den Zustand der Gesundheit widerspiegelt – und das offenbar erstaunlich zuverlässig.











