
Einsatz an Nato-Ostflanke
Der Litauen-Brigade fehlt es offenbar an Soldaten
Aktualisiert am 13.02.2026 – 05:32 UhrLesedauer: 2 Min.
In der Litauen-Brigade sollen deutsche Soldaten die Ostflanke der Nato schützen. Das Interesse von Freiwilligen ist aber wohl eher gering.
Einer der wichtigsten Auslandseinsätze der Bundeswehr steht offenbar vor einem größeren Problem. Die Litauen-Brigade soll eigentlich einen Teil der Ostflanke der Nato schützen. Bis zum Jahr 2027 soll sie einsatzbereit gemacht werden. Doch es sollen Freiwillige fehlen, die nahe der russischen Grenze Europa schützen wollen.
Wie der „Spiegel“ berichtet, bleibt die Zahl der Freiwilligen, die zwei Jahre beim Panzergrenadierbataillon 122 und dem Panzerbataillon 203 eingesetzt werden sollen, weiter hinter den Erwartungen zurück. „Freiwilligenbewerbungen sind nicht ausreichend“, heißt es in einer vertraulichen Vorlage, auf die der „Spiegel“ verweist.
Betroffen seien die unteren Dienstgrade, die aber einen Großteil der Truppe ausmachen. Bei den Offizieren sehe es besser aus, hier seien ausreichend Bewerbungen vorhanden.
Doch für das Panzerbataillon 203 haben sich für die 414 Stellen derzeit nur 197 Soldaten beworben, so der „Spiegel“. Beim Panzergrenadierbataillon 122 habe es für die 640 Posten nur 181 Bewerbungen gegeben. In anderen Bereichen ist es dem Bericht zufolge nicht besser. Für 1971 Dienstposten der Hauptkräfte haben sich 209 Soldaten beworben, Stand 26. Januar.
Jetzt will man noch einmal Werbung machen, laut dem Magazin wollen 43.000 Infoschreiben innerhalb der Bundeswehr verschickt werden. Wer Interesse zeigt, soll sogar zu einem Tagesausflug nach Litauen eingeladen werden. Außerdem wird wohl erwogen, die Verpflichtung von zwei Jahren zu verkürzen.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte im Juni 2023 angekündigt, dass nur Freiwillige in Litauen eingesetzt werden. Als Anreiz gibt es sogar deutsche Schulen für die Kinder der Soldaten, Ehepartnern soll bei der Jobsuche geholfen werden. Bei der Bundeswehr zeigt man sich noch gelassen.
Die Zahlen seien nur „ein Zwischenstand von Ende letzten Jahres“, aus dem sich „keine belastbaren Prognosen für Freiwilligenbewerbungen ableiten“ ließen, hieß es in einer Antwort an den „Spiegel“. Man stehe aber vor einer Herausforderung, räumte ein Sprecher ein.










