
Tödliches Feuer in Nobel-Skiort
Angehörige gehen auf Barbesitzer los: „Ihr seid Monster“
12.02.2026 – 14:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Chefs der Bar „Le Constellation“ müssen zu einer Vernehmung. Vor dem Gebäude eskaliert die Stimmung.
Aufgeheizte Stimmung in der Schweiz: Am Donnerstag sind Jacques und Jessica M. zu einer Anhörung in Sitten im Kanton Wallis erschienen. Vor dem Gebäude warteten Angehörige der 41 Todesopfer von Crans-Montana auf sie.
Familienmitglieder beschimpften und bedrängten das Ehepaar. Jessica und Jacques M. kamen nur mithilfe der Polizei in das Gebäude, in dem die Vernehmungen stattfinden.
„Mörder“, riefen einige Anwesende den Besitzern der Bar „Le Constellation“ zu, und „ihr seid Monster“. Unter anderem war die Familie des 17-jährigen Trystan dort, der zu den Toten der Silvesterkatastrophe zählt. Die Angehörigen trugen T-Shirts mit dem Foto des 17-Jährigen. Sein 14-jähriger Bruder sagte: „Ich bin hier, um Jessica M. zu zeigen, dass sie Familien zerstört hat.“ Ihm sei es wichtig, „dass sie uns in die Augen schaut und sieht, wie es uns geht“.
Jacques M. reagierte auf die Proteste. Schweizer Medien zitierten ihn mit den Worten: „Wenn wir zahlen müssen, werden wir zahlen. Wir sind keine Mafia, wir sind Arbeiter.“ Er und seine Frau würden Verantwortung übernehmen, das verspreche er. „Wir sind hier, um Gerechtigkeit zu erlangen.“
Bei dem Brand in der voll besetzten Bar „Le Constellation“ war in der Silvesternacht durch funkensprühende Partyfontänen Schaumstoff an der Decke in Brand geraten. Viele Menschen schafften es über die enge Treppe nicht rechtzeitig aus der Kellerbar. Eine große Zahl der Opfer war unter 18 Jahre alt. Viele der Verletzten werden noch Monate im Krankenhaus bleiben.
Gegen Jessica und Jacques M. wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Sie sind gegen Kaution auf freiem Fuß.
Die Staatsanwaltschaft hatte die Befragung der Beschuldigten am Donnerstag eigens auf das Gelände Campus Energypolis verlegt, um möglichst vielen Opferanwälten und Angehörigen die Möglichkeit zu geben, dabei zu sein.










