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Hautärzte warnen vor dramatischen Versorgungslücken
10.02.2026 – 12:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Hautkrebs und chronische Hautkrankheiten nehmen zu, doch Fachärzte fehlen. Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen warnt vor teils schwerwiegenden Versorgungslücken.
Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) warnt: In Deutschland droht eine Unterversorgung bei der Bekämpfung von Hauterkrankungen. Besonders der Mangel an Dermatologen bereitet dem Verband Sorgen. In einer aktuellen Mitteilung weist der BVDD darauf hin, dass diese Entwicklung das Risiko für verspätete Diagnosen und Therapiebeginne deutlich erhöht.
Nach Angaben des BVDD trifft der Ärztemangel auf eine steigende Krankheitslast. Vor allem Hautkrebs sowie chronisch-entzündliche Hauterkrankungen nehmen zu. Zu diesen Erkrankungen zählen etwa Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte). Bei Letzterer handelt es sich um eine nicht ansteckende Erkrankung, bei der das Immunsystem Entzündungen in der Haut auslöst. Beginnt die Behandlung zu spät, können sich Beschwerden verschlimmern und die Lebensqualität sinken.
Besonders problematisch zeigt sich die Lage laut BVDD in ostdeutschen Flächenländern. Die Zahlen der ärztlichen Bedarfsplanung weisen dort teils kritische Werte aus. Der Versorgungsgrad beschreibt, wie viele Fachärzte im Verhältnis zum rechnerischen Bedarf in einer Region tätig sind. Niedrige Werte bedeuten, dass zu wenige Ärzte zur Verfügung stehen.
Vor allem ländlich geprägte Regionen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erreichen laut dem Verband alarmierende Werte. In Sachsen zeigt sich der Trend besonders deutlich: Von 25 für die dermatologische Bedarfsplanung relevanten Kreisregionen verzeichneten 19 innerhalb der vergangenen zehn Jahre einen Rückgang des prozentualen Versorgungsgrades.
BVDD-Präsident Ralph von Kiedrowski macht deutlich, welche Folgen das für Betroffene hat: „Wenn Planungsbereiche Versorgungsgrade im unteren zweistelligen Bereich aufweisen, ist das nicht nur ein statistischer Befund – es bedeutet für Patientinnen und Patienten weite Wege, lange Wartezeiten, verzögerte Diagnostik und vermeidbare Krankheitsprogression.“ Krankheitsprogression beschreibt das Fortschreiten einer Erkrankung, etwa wenn Hautkrebs später erkannt wird und sich weiter ausbreitet.
Nach Einschätzung des BVDD beschränkt sich das Problem nicht auf Ostdeutschland. Auch in ländlichen Regionen Westdeutschlands finden viele niedergelassene Dermatologen für ihre Praxen keine Nachfolger. Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zeigen aktuell 16 offene Niederlassungsmöglichkeiten in Niedersachsen, zwölf in Bayern und zehn in Rheinland-Pfalz. Diese Zahlen verdeutlichen, dass viele Arztsitze unbesetzt bleiben.











