
Münchner Sicherheitskonferenz
Merz trifft Trumps größten Gegner
10.02.2026 – 11:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Kanzler nutzt die Münchner Sicherheitskonferenz, um eine Reihe internationaler Politiker zu treffen. Jetzt wird bekannt: Darunter ist mit Kaliforniens Gouverneur Newsom auch einer der größten Kritiker von US-Präsident Trump.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz Ende dieser Woche den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom treffen, der als einer der größten Widersacher von US-Präsident Donald Trump in Amerika gilt. Von dem Treffen erfuhr t-online am Dienstag aus Regierungskreisen. Demnach handle es sich um „eine kurze Begegnung“, sagte ein Regierungsvertreter.
Newsom ist Teil der Demokratischen Partei. Immer wieder stellte er sich in der Vergangenheit energisch gegen Trump. Zuletzt hatte der 58-Jährige mit einem Auftritt am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos im Januar Aufsehen erregt: Dort kritisierte er Europas Staats- und Regierungschefs scharf für ihre aus seiner Sicht unterwürfige Haltung gegenüber Trump.
„Ich kann diese Komplizenschaft nicht mehr ertragen, wie Leute klein beigeben“, sagte er. „Ich hätte einen Haufen Knieschoner mitbringen sollen für die ganzen Staatenlenker.“ Es sei an der Zeit, Haltung zu zeigen. „Es ist Zeit, aufzustehen, standhaft zu sein und Rückgrat zu zeigen.“
Neben Newsom wird Merz in München auch den US-Außenminster Marco Rubio treffen, der als ranghöchster Vertreter der Trump-Regierung die amerikanische Delegation bei der Sicherheitskonferenz anführt. Er gilt als einer der europafreundlichsten Vertreter der US-Administration. Weitere Gespräche mit amerikanischen Kongressmitgliedern sind für den Abend im Zuge des McCain-Dinners geplant, eine traditionelle Veranstaltung der Sicherheitskonferenz für den transatlantischen Austausch.
Ebenfalls vorgesehen sind Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie ein Dreiertreffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premier Keir Starmer im Rahmen des sogenannten „E3-Formats“. Außerdem kommt Merz in München mit dem chinesischen Außenminister sowie den Regierungschefs der drei baltischen Länder zusammen.
Das Treffen mit Newsom dürfte im Weißen Haus kritisch beobachtet werden. Zuletzt war bekannt geworden, dass Trump Merz für Anfang März zu einem Besuch nach Washington eingeladen hatte, was man in Berlin nach t-online-Informationen als positives Zeichen sah.
Die transatlantischen Beziehungen sind durch die geopolitischen Schritte der USA als Großmacht unter Trump stark angespannt. Unlängst gewannen die Europäer einen neuen Eindruck ihrer eigenen Stärke, als Trump in der Grönlandfrage wieder zurückruderte und von einer möglichen militärischen Invasion auf der zu Dänemark gehörenden Insel Abstand nahm. Einen Grund dafür sahen Beobachter darin, dass die Europäer sich sehr entschlossen an die Seite Dänemarks gestellt hatten und damit auch neuerlich angedrohten US-Zöllen trotzten.










