
Nach über 125 Jahren
Luxus-Insolvenz: Steigenberger-Betreiber ist pleite
09.02.2026 – 13:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Steigenberger Grand Hotel Bad Pyrmont muss Insolvenz anmelden. Nun droht der Betrieb in der Luxusherberge für längere Zeit stillzustehen.
Die Betreibergesellschaft des Steigenberger Grand Hotel Bad Pyrmont hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die Gesellschaft stellte den Antrag am 6. Februar 2026 beim Amtsgericht Hameln. Ziel des Verfahrens ist die Sanierung des Unternehmens und die Wiederaufnahme des Hotelbetriebs nach Abschluss der laufenden Modernisierungsarbeiten. Das traditionsreiche Haus ist aufgrund baulicher Verzögerungen bereits seit Januar geschlossen.
Auslöser der Insolvenz sind erhebliche Mehrkosten bei der seit Anfang 2024 laufenden Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Nach Angaben des Unternehmens und Berichten, unter anderem von „Hotelvor9“, summieren sich die ungeplanten Zusatzkosten auf rund 6,5 Millionen Euro. Insbesondere der Brand- und Schallschutz erwies sich als deutlich aufwendiger als ursprünglich kalkuliert. Das Land Niedersachsen, Eigentümer der Immobilie, hat die Sanierung bereits mit rund 25 Millionen Euro unterstützt. Gespräche über eine weitere Kostenbeteiligung der öffentlichen Hand blieben bislang ohne Ergebnis.
Das 1898 eröffnete Grand Hotel verfügt über rund 150 Zimmer, zwei Restaurants sowie einen Spa- und Wellnessbereich. Da zentrale öffentliche Bereiche weiterhin im Rohbau sind, bleibt der Betrieb bis auf Weiteres eingestellt. Zuletzt war eine Wiedereröffnung in der zweiten Jahreshälfte 2026 angestrebt worden. Ob dieser Zeitplan angesichts der offenen Finanzierungsfragen eingehalten werden kann, ist derzeit unklar.
Im Rahmen des gerichtlich angeordneten Eigenverwaltungsverfahrens bleibt Geschäftsführer Oliver Massabni im Amt. Unterstützt wird er von der Generalhandlungsbevollmächtigten Zekira Fuest von der Kanzlei Brinkmann & Partner. Zur vorläufigen Sachwalterin bestellte das Gericht die Rechtsanwältin Karina Schwarz aus Hannover. Ziel sei es, gemeinsam mit dem Land Niedersachsen und dem Staatsbad Pyrmont eine tragfähige Lösung für den Standort zu entwickeln und die Interessen von Gläubigern und Beschäftigten zu wahren.
Die 62 Mitarbeitenden des Hotels befinden sich derzeit in Kurzarbeit. Ihre Gehälter sollen während des vorläufigen Verfahrens über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert werden.










