
Tierquälerei
Wenn Kinder Tiere schlagen – so sollten Eltern reagieren
Aktualisiert am 08.02.2026 – 12:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Tierquälerei ist strafbar, aber was, wenn die Täter Kinder sind? Für Eltern ist diese Situation eine große Herausforderung.
Gemeinhin gilt ein Haustier als große Bereicherung für Kinder, aber nicht jeder kleine Mensch kann mit der Verantwortung gegenüber einem Tier umgehen. Manche Kinder lassen ihre Wut und ihren Trotz am Tier aus und fügen ihm dabei sogar Leid zu. Wenn Kinder Tiere schlagen, ist es zunächst Aufgabe der Eltern zu reagieren, aber wie?
Im akuten Fall sollten Eltern direkt eingreifen und das Kind mit einem klaren „Nein“ stoppen. Es ist wichtig, das Haustier zunächst aus der Gefahrensituation zu bringen und dem Kind dann zu erklären, dass das Tier Schmerz empfindet.
Viele Kleinkinder sehen das Tier als Spielzeug und benötigen Konsequenz, um den richtigen Umgang mit dem Lebewesen zu lernen. Eine räumliche Trennung zwischen Tier und Kind kann notwendig sein, wenn das Kind die Bedeutung nicht begreift.
Kinder schlagen Haustiere oft aus Übereifer beim Spiel oder intensiven Liebesbekundungen. Manchmal nutzen sie das Tier aber auch als Ventil für Aggressionen durch familiäre Probleme, wie zum Beispiel die Eifersucht auf ein Geschwisterkind.
Mögliche Auslöser können außerdem Gewalterfahrungen im eigenen Haus sein oder ein negatives Umfeld, in dem Tierquälerei kein Sonderfall ist. Wiederholte und vorsätzliche Handlungen können auf ein schwaches Empathievermögen und Persönlichkeitsdefizite hindeuten.
Wenn es zu wiederholter, vorsätzlicher Tierquälerei kommt, ist Hilfe von außen erforderlich. Es könnte eine Verhaltensstörung zugrunde liegen, die in vielen Fällen zu weiterer Gewalt führt. Eltern sollten sich an dieser Stelle psychologische Beratung suchen und sich nicht für das Geschehen schämen.
Wenn Gespräche mit dem Kind nichts ändern oder die Aggressionen sich auf andere Familienmitglieder ausweiten, ist Hilfe der einzige Weg.
Wenn dritte Personen Gewalt gegenüber Tieren durch Kinder mitbekommen, sollten sie nicht wegsehen. An erster Stelle steht das Gespräch mit den Eltern. Besteht der Verdacht auf häusliche Gewalt oder auf ein Trauma, ist eine sofortige Meldung an Behörden oder den Tierschutz erforderlich.
Eltern fördern Respekt gegenüber dem Tier durch die eigene Vorbildfunktion. Es sollte im Haushalt klare Regeln geben und einen empathischen Umgang mit dem Tier. Das Kind muss lernen, dass ein Tier kein Unterhaltungsgegenstand oder Spielzeug ist, sondern ein fühlendes Lebewesen, das zur Familie gehört.
Bei traumatisierten Kindern können tiergestützte Therapien dabei helfen, Empathie zu lernen und Aggressionen abzubauen. In erster Linie geht es darum, das Tier vor Gefahren zu schützen und das Verhalten des Kindes dann zum Mittelpunkt zu machen.











