
„Aus einer anderen Galaxie“
Der Vierfach-Gott betritt die Arena
Aktualisiert am 06.02.2026 – 17:07 UhrLesedauer: 3 Min.

Für Jahrzehnte gilt er als unmöglich: Doch dann springt Ilja Malinin den vierfachen Axel – und verändert den Eiskunstlauf für immer. Nun hält die Olympia-Welt den Atem an.
Ilja Malinin ist 21 Jahre alt, 1,74 Meter groß, trägt eine blonde Haarpracht auf dem Kopf – und gilt als Gott des Eiskunstlaufs. „Quad-Gott“ oder „Vierfach-Gott“ haben ihn die Fans getauft. Er vollbrachte das, was im Eiskunstlauf als unmöglich galt: den vierfachen Axel.
Dieser Sprung wird als einziger vorwärts gesprungen. Um ihn richtig rückwärts zu landen, muss der Sportler eine zusätzliche halbe Umdrehung vollführen. Der vierfache Axel hat also 4,5 Umdrehungen.
Malinin ist der erste und einzige Eiskunstläufer in der Menschheitsgeschichte, dem dieser Sprung in einem Wettkampf gelungen ist. Mit 17 Jahren machte er bei der Junioren-Weltmeisterschaft damit Furore. Seitdem stellt der US-Amerikaner einen Rekord nach dem anderen auf.
Beim Grand-Prix-Finale in Japan im vergangenen Dezember schrieb der Sohn zweier ehemaliger russischer Eiskunstläufer erneut Geschichte: Der Weltmeister landete als erster Mensch sieben Vierfachsprünge in einem Programm, unter ihnen auch den historischen Vierfach-Axel. Damit schlug er seinen eigenen Kür-Weltrekord und bekam 238,24 Punkte.
Mit den letzten Akkorden der Kür stand der Saal im japanischen Nagoya Kopf. „Ein Lauf aus einer anderen Galaxie“, jubelte Daniel Weiss, ehemaliger Eiskunstläufer und Sportschau-Kommentator. „Wer soll diesen Mann vom Olympia-Sieg noch stoppen?“
Anscheinend niemand. Der zweimalige Weltmeister hat seit mehr als zwei Jahren keinen Wettbewerb mehr verloren. Es gibt schlichtweg niemanden, der mit seinen Vierfach-Sprüngen mithalten kann. Hinzu kommt die Virtuosität, mit der der gebürtige Amerikaner die Kufen beherrscht. Malinin startet als unbestrittener Favorit bei Olympia in Mailand.
Der Countdown bis zum wichtigsten Wettkampf in seiner Karriere läuft. „Es ist eine große Herausforderung, wenn die ganze Aufmerksamkeit, der ganze Fokus auf dir liegt, damit du olympisches Gold gewinnst“, erzählte er auf einer Pressekonferenz vor dem Start der Winterspiele. Gleichzeitig versucht Malinin, den Druck für sich zu nutzen: „Alle schauen auf dich. Es ist dein Moment, da rauszugehen und das zu tun, was du kannst.“









