
Zumindest zu Beginn verläuft Multiple Sklerose in der Tat überwiegend (nämlich in bis zu 90 Prozent der Fälle) schubförmig. Von einem Schub sprechen Fachleute, wenn neue MS-Symptome auftreten oder sich bereits bekannte MS-Symptome deutlich verschlechtern und dieser Zustand mindestens 24 Stunden lang andauert, bevor sich die Symptome mehr oder minder gut zurückbilden. Bis zum nächsten Schub vergehen dann mindestens 30 Tage, mitunter sind es auch Jahre.
Fachleute bezeichnen diese Verlaufsform als schubförmig remittierend (das heißt: vorübergehend nachlassend). Ohne Behandlung haben die Betroffenen anfangs durchschnittlich etwa zwei MS-Schübe pro Jahr, im weiteren Krankheitsverlauf aber weniger.
Jeder MS-Schub ist mit Funktionsausfällen verbunden. Das können unter anderem eine Blasenschwäche, ein unsicherer Gang, das Gefühl körperlicher und psychischer Kraftlosigkeit, Konzentrationsprobleme, Sehstörungen und/oder nachlassende Lust auf Sex sein. Ursache sind die Nervenschädigungen, die im Verlauf der Erkrankung zunehmen.
Statt in Schüben kann Multiple Sklerose aber auch progredient (das heißt: fortschreitend) verlaufen: Dann verstärken sich die Symptome überwiegend langsam, aber stetig. Diese Verlaufsform entsteht meist aus einer ursprünglich schubförmigen MS. In einigen Fällen schreitet die Erkrankung aber auch von Anfang an langsam fort, ohne dass zwischenzeitlich eine Besserung eintritt.
Tatsächlich ist die genaue Ursache der Multiplen Sklerose bislang unklar. Bekannt ist, dass das Immunsystem der Betroffenen fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift – genauer: die Zellen, die im zentralen Nervensystem die Nervenfasern umhüllen. Daher gilt MS als eine Autoimmunerkrankung.
Allerdings zählt die erblich bedingte Veranlagung eines Menschen zu den Risikofaktoren, welche die Entstehung von Multipler Sklerose begünstigen. So tritt die Erkrankung in einigen Familien gehäuft auf. Zudem haben nahe Verwandte von Betroffenen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko:











