
Acht Jahre Haft für Maja T.
Hunderte gehen in Berlin auf die Straße
05.02.2026 – 03:55 UhrLesedauer: 2 Min.
In Berlin demonstrieren Hunderte für Maja T. nach dem Urteil in Ungarn. Rauch steigt auf, die Botschaft ist klar.
Nach dem Urteil gegen die non-binäre Person Maja T. in Budapest sind in Berlin Hunderte Unterstützer aus der linken Szene auf die Straße gegangen. Sie nahmen an einer Kundgebung in Kreuzberg teil und zogen anschließend in einem Demonstrationszug Richtung Friedrichshain. Die Polizei sprach von 550 Teilnehmern. Vereinzelt sei Pyrotechnik gezündet worden.
Auch in Potsdam rief die Grüne Jugend zu einer Demonstration auf. Vertreter der Organisation sprachen von einem Justizskandal. In einem totalitären Rechtssystem in Ungarn habe Maja T. keine Chance auf einen fairen Prozess gehabt. Sie forderten, die Person nach Deutschland zurückzuholen und ihr hier ein rechtsstaatliches Verfahren zu ermöglichen.
Maja T. war im Dezember 2023 in Berlin verhaftet und im Juni 2024 von Deutschland an Ungarn ausgeliefert worden. Nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichts war die Auslieferung in dieser Form rechtswidrig. Das zuständige Berliner Kammergericht, das sie veranlasst hatte, habe die Haftumstände in Ungarn für die non-binäre Person nicht ausreichend geprüft, befand das höchste deutsche Gericht. Politiker der Linken, der Grünen und der SPD fordern die Rücküberstellung von Maja T. nach Deutschland.
Außenminister Johann Wadephul hat sich zurückhaltend zum Urteil geäußert. „Das ist ein nicht rechtskräftiges Urteil in einem EU-Land. Und das respektieren wir“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner australischen Kollegin Penny Wong in der Hauptstadt Canberra auf die Frage einer Journalistin. Der Fall werde vom Auswärtigen Amt konsularisch betreut, ergänzte Wadephul.











