
Hausinterne Vorwürfe
NRW-Innenminister Reul wegen Mietstreit angezeigt
Aktualisiert am 02.02.2026 – 12:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Hat Innenminister Reul sich im Streit um Sanierungs- und Mietkosten für ein Polizeigebäude zu weit und zulasten der Steuerzahler eingemischt? Das prüfen Innenrevision und Staatsanwaltschaft.
Gegen Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) gibt es nach einem Bericht des WDR-Magazins „Westpol“ eine hausinterne Anzeige. Im Kern geht es um die Frage, ob er sich im Streit über erhöhte Mietforderungen für eine marode Polizeiliegenschaft in Wuppertal unzulässigerweise eingemischt hat und ob das zulasten der Steuerzahler geht. Wie „Westpol“ weiter berichtete, wurde die Innenrevision eingeschaltet, und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf prüft, ob ein Anfangsverdacht vorliegt.
Als Auslöser für die hausinternen Prüfungen gelten demnach Verhandlungen über die Sanierung des Dienstsitzes der Wuppertaler Polizei. Vermieter ist der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB), der laut WDR-Recherchen derzeit rund vier Millionen Euro Jahresmiete verlangt. Jetzt soll das Gebäude von Grund auf saniert werden, und danach soll die Liegenschaft fast 30 Millionen Euro Jahresmiete kosten.
Laut „Westpol“ soll Reul dem BLB inoffiziell zugesagt haben, dass 650 Millionen Euro für die Sanierung an den landeseigenen Betrieb zurückfließen. Dagegen hätten Fachleute des Innenministeriums sich immer wieder auf ein anwaltliches Gutachten berufen, wonach die Sanierung des Wuppertaler Polizeigeländes maximal 173 Millionen kosten dürfe.
„Mein Job ist, dafür zu sorgen, dass endlich der Stillstand beendet wird“, sagte Reul im „Westpol“-Interview. Er wolle nicht zulassen, dass die Polizisten weiter „in diesen Zuständen hausen“ müssten, und habe deswegen eingegriffen.
„Ob da auf der Strecke auch mal Verfahrensfehler gemacht werden, werden wir sehen“, sagte Reul zu den Vorwürfen. „Ich bin kein Jurist, ich bin kein Verwaltungsexperte, kein Liegenschaftsexperte. Ich will das Problem lösen, und zwar möglichst schnell.“
Polizeigewerkschafter Björn Lüdtke berichtete „Westpol“ von katastrophalen Zuständen in dem Wuppertaler Dienstsitz. Durch die Kälte seien zum Jahreswechsel Rohrleitungen geplatzt. Im Gebäude einer Bereitschaftspolizei seien mehrere Kubikliter Wasser ausgetreten und die Räume überflutet worden, sodass dort kein Dienst mehr möglich gewesen sei.
„Gleichzeitig ist im anderen Gebäude eine Abwasserleitung geplatzt, sodass mal wieder Fäkalien durch die Decke auf die Kolleginnen und Kollegen in den Büroräumen tropften.“ Insgesamt gehe es mit der seit Jahren bekannten Misere nicht voran.
FDP-Fraktionschef Henning Höne fordert neben der rechtlichen auch eine parlamentarische Aufklärung. „Das sind schon sehr ernste Vorwürfe“, sagte Höne dem WDR. Einerseits gehe es um Steuergelder, darüber hinaus aber auch um die Grundsatzfrage, „ob das Prinzip BLB, so wie es mal gedacht war, überhaupt funktioniert“.











