
Dagmar Frederic übt Kritik
„Warum wollen die Leute immer weniger arbeiten?“
01.02.2026 – 13:47 UhrLesedauer: 3 Min.

Sängerin Dagmar Frederic kritisiert im Gespräch mit t-online die mangelnde Arbeitsmoral in Deutschland und stellt sich hinter Bundeskanzler Friedrich Merz.
„Warum wollen die Leute immer weniger arbeiten? Das war früher nicht so, weder im Osten noch im Westen“, fragt sich Dagmar Frederic im Gespräch mit t-online. Eine Entwicklung, die sie nach eigenen Worten seit Jahren beobachtet. „Unsere Eltern und Großeltern haben dieses Land aufgebaut. Die Menschen haben gearbeitet, um aus dem Zerstörten wieder etwas zu machen.“
Die Entertainerin verfolgt politische Debatten aufmerksam, wie sie sagt. „Dass so viele Menschen in der Politik über uns entscheiden, die eigentlich keine Ahnung haben, das macht mich traurig“, sagt Frederic, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist. „Man muss sich nur mal die Biografien dieser Leute anschauen. Viele haben keine Ausbildung und keine Abschlüsse. Das kann doch eigentlich nicht sein.“
Besonders ärgert sie die Diskussion um Krankenstände und die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung. „Wieso kann ich beim Arzt anrufen und sagen ‚Herr Doktor, ich bin krank, Sie müssen mich krankschreiben‘? So was geht doch nicht“, sagt Frederic. Die öffentliche Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz hält sie im Kern für berechtigt. „Friedrich Merz hatte mit seiner Kritik recht. Er hat es nur nicht gut formuliert. Den Gegenwind hat er nicht verdient.“
Dabei gehe es ihr nicht um Misstrauen gegenüber Beschäftigten, sondern um Verantwortung. Arbeit bedeute für sie mehr als Pflichterfüllung. Ein zentrales Problem sieht Dagmar Frederic in der Erziehung von Heranwachsenden in Deutschland. „Die junge Generation wird heute sehr verwöhnt. Das fängt im Elternhaus an“, sagt sie. „Da muss man auch mal strenger sein. Sonst funktioniert das Zusammenleben nicht.“ Für sie ist das keine nostalgische Rückschau, sondern eine Frage von Haltung und Verlässlichkeit.
Wir haben Freunde, die gerade im Krankenhaus sind, und die Zustände dort sind katastrophal.
Dagmar Frederic
Frederic beschäftigt nicht nur die Arbeitsmoral, sondern auch das Gesundheitssystem. „Wir haben Freunde, die gerade im Krankenhaus sind, und die Zustände dort sind katastrophal“, sagt sie. Das Vertrauen in staatliche Strukturen habe sichtbar gelitten.
Ähnlich kritisch blickt die 80-Jährige auf die Situation an Schulen. „Die armen Lehrer. Was sollen die mit einer Klasse machen, wo 70 Prozent kein Deutsch sprechen“, sagt Frederic. „Das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, sondern mit dem Bildungssystem in Deutschland.“ Sie stört, dass solche Aussagen schnell politisch eingeordnet werden würden. „Man ist nicht gleich rechts und nicht gleich AfD, nur weil man darüber spricht. Man macht sich einfach Gedanken über das Leben, das wir hier führen.“










