
Klage in den USA
Eizelle vertauscht – Eltern bekommen falsches Kind
Aktualisiert am 01.02.2026 – 16:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Tiffany S. und Steven M. bekommen im Dezember ein kleines Mädchen. Das frische Familienglück wird schnell getrübt. Jetzt ziehen sie Konsequenzen.
Im US-Bundesstaat Florida hat ein Paar Klage gegen eine Fruchtbarkeitsklinik in Orlando und ihren behandelnden Arzt eingereicht, nachdem er der Frau im April vergangenen Jahres eine fremde Eizelle eingesetzt hatte. Die Mutter hatte im Dezember entbunden. Kurz darauf kamen den Eltern erste Zweifel an der Verwandtschaft zu dem Kind, berichteten mehrere Medien übereinstimmend. Ein DNA-Test habe den Verdacht wenig später bestätigt: Das kleine Mädchen und ihre Eltern seien biologisch nicht miteinander verwandt. Jetzt wünschen sich die Eltern Antworten.
Tiffany S. und Steven M. haben beide helle Haut und blonde beziehungsweise braune Haare. Sie sind „kaukasischer Abstammung“, zitiert der US-Fernsehsender News 6 die Anklageschrift. Ihre kleine Tochter hätte im Gegensatz dazu dunklere Haut und schwarze Haare – und somit das „Erscheinungsbild eines nicht-kaukasischen Kindes“. Den Eltern bereitete das Sorgen.
Denn jetzt bestehe jederzeit die Möglichkeit, dass die leiblichen Eltern auftauchen und ihnen das Baby wegnehmen könnten, erklärte einer ihrer Anwälte der Zeitung „Orlando Sentinel“. Sie hätten sich in das Kind verliebt und „wären glücklich zu wissen, dass sie dieses Kind großziehen dürften“, so der Rechtsbeistand weiter.
Zwar hätten sich die beiden Eltern bereits mehrfach an ihre Klinik, das Fertility Center of Orlando, gewandt, doch eine Antwort sei ausgeblieben.
Deshalb seien sie jetzt vor Gericht gezogen, so die Zeitung. Die Eltern sollen demnach drei Forderungen aufgestellt haben. So soll die Klinik einerseits dazu angewiesen werden, offenzulegen, was mit den anderen Patientinnen geschehen sei, die in dem Jahr vor der Geburt in der Klinik behandelt worden seien. So soll einerseits herausgefunden werden, ob auch ein Embryo des Paares fälschlicherweise einer anderen Frau eingepflanzt worden war. Andererseits sollten andere Eltern so auf den Fehler aufmerksam gemacht werden.
Zudem soll die Klinik die Kosten für genetische Tests übernehmen. Diese sollen alle Kinder umfassen, die in den vergangenen fünf Jahren unter der Betreuung der Klinik geboren wurden. Der Zeitraum begründet sich damit, dass M. und S. ihre Eizellen bereits 2020 in der Klinik befruchten ließen und dort seither gelagert hatten, so die US-Zeitung.









