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Home » Frankreich verbannt US-Videokonferenz-Dienste: Hohe Einsparungen erhofft
Digital

Frankreich verbannt US-Videokonferenz-Dienste: Hohe Einsparungen erhofft

Von zeit-heute.deJanuar 28, 20262 Min Gelesen
Frankreich verbannt US-Videokonferenz-Dienste: Hohe Einsparungen erhofft
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Frankreich verbannt US-Videokonferenz-Dienste: Hohe Einsparungen erhofft

Digitale Unabhängigkeit

Frankreich verbannt US-Software aus Behörden


28.01.2026 – 16:23 UhrLesedauer: 2 Min.

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Videokonferenz: Frankreich stärkt die digitale Souveränität mit der eigenen Software Visio. (Quelle: YAY Images/imago-images-bilder)

Frankreich führt in allen Behörden die eigene Videokonferenz-Software Visio ein. US-Plattformen wie Google Meet, Zoom und Teams sollen verschwinden.

Frankreich hat den flächendeckenden Einsatz der staatseigenen Videokonferenz-Software Visio für alle Behörden beschlossen. Bis 2027 sollen rund 200.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes die Plattform nutzen, wie das französische Wirtschaftsministerium mitteilte. Zugleich solle die Nutzung amerikanischer Dienste wie Microsoft Teams, Zoom oder Google Meet über das staatliche Netzwerk künftig blockiert werden, berichtete das Portal „Politico“ unter Berufung auf einen Sprecher der zuständigen Digitalbehörde Dinum.

David Amiel, stellvertretender Minister für den öffentlichen Dienst, begründete den Schritt mit der digitalen Souveränität des Landes. Bei einem Besuch im Nationalen Zentrum für Wissenschaftsforschung CNRS erklärte er laut Mitteilung des Ministeriums, man könne nicht das Risiko eingehen, dass wissenschaftliche Austausche, sensible Daten und strategische Innovationen außereuropäischen Akteuren ausgesetzt seien.

Die Umstellung beginnt demnach bereits im ersten Quartal 2026. Das nationale Forschungszentrum CNRS mit 34.000 Beschäftigten und 120.000 assoziierten Forschern lässt seine Zoom-Lizenzen Ende März auslaufen, heißt es. Auch die französische Krankenversicherung, die Generaldirektion für öffentliche Finanzen und das Verteidigungsministerium sollen in den kommenden Monaten wechseln.

Visio befindet sich bereits seit einem Jahr im Testbetrieb und zählt nach Angaben der Regierung aktuell 40.000 regelmäßige Nutzer. Die Software basiert auf Open-Source-Technologie und läuft auf Servern des französischen Unternehmens Outscale. Die Infrastruktur verfügt über die SecNumCloud-Zertifizierung der französischen Cybersicherheitsbehörde ANSSI, die garantieren soll, dass alle Daten auf französischem Boden bleiben.

Die französische Regierung verspreche sich von dem Projekt auch finanzielle Vorteile. Pro 100.000 Nutzer, die von kommerziellen Anbietern zu Visio wechseln, sollen jährlich rund eine Million Euro an Lizenzgebühren eingespart werden. Diese Summe basiert laut Ministerium auf den aktuellen Kosten für Teams, Zoom und andere Dienste.

Der Vorstoß fügt sich in eine größere Strategie Frankreichs zur digitalen Unabhängigkeit ein. Bereits im vergangenen Sommer hatte Paris die Nutzung von WhatsApp und Telegram in Behörden beendet und durch den staatlichen Messenger Tchap ersetzt. Visio ist Teil der Arbeitsumgebung „La Suite“, die weitere souveräne Tools für den öffentlichen Dienst bündeln soll.

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