
Besonderer Förderbedarf
Studie: Viele Kitas können Auftrag nicht voll erfüllen
Aktualisiert am 28.01.2026 – 05:15 UhrLesedauer: 3 Min.
Viele Kinder haben besonderen Förderbedarf. Die Aufgaben der Kitas werden komplexer. Die meisten sind dafür laut Studie nicht optimal ausgerüstet. Nur eine Minderheit verfüge über das nötige Personal.
Nur eine Minderheit der Kitas in Deutschland ist einer Studie zufolge mit der optimalen Personalstärke ausgestattet, um für alle Kinder in den oft heterogenen Gruppen gute Bildung und Betreuung zu gewährleisten. Gerade einmal gut jede siebte Einrichtung verfüge über die wissenschaftlich empfohlene volle Personalausstattung, berichteten die Bertelsmann-Stiftung und das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖiF) an der Uni Wien.
Laut Analyse für 2024 arbeiten bundesweit lediglich 13,7 Prozent der Kitas mit einer 100-Prozent-Personalausstattung. Auffällig dabei: In Westdeutschland sind es im Schnitt 16,3 Prozent, im Ostdeutschland mit Berlin dagegen nur 2 Prozent. Mit einer schwachen Personaldecke – 60 Prozent und weniger als wissenschaftlich empfohlen – arbeitet demnach deutschlandweit etwa jede fünfte Kita (21,2 Prozent), wobei es im Westen nur rund 11 Prozent, aber in den ostdeutschen Ländern mit Berlin zwei Drittel (65,3 Prozent) seien.
Die Untersuchung sieht bei der Ausstattung mit pädagogisch tätigem Personal in allen Bundesländern Handlungsbedarf – zugleich aber große Unterschiede. Vorn liegen Baden-Württemberg und Bremen, wo zum Stichtag 1. März 2024 rund ein Drittel der Kitas über die bestmöglichen Personalressourcen verfügen. Es folgen Niedersachsen mit knapp 20 Prozent und Schleswig-Holstein mit gut 17 Prozent.
Mit maximal 60 Prozent der benötigten Fachkräfte müssen nach Angaben der Stiftung besonders viele Kitas in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen – rund 84 Prozent – auskommen.
Die Analyse arbeitet mit einer sogenannten Personalausstattungsquote, die Stiftung und ÖiF entwickelt haben, um mehrere zentrale Faktoren in den heterogenen Gruppen differenziert zu berücksichtigen und in einer einzigen Kennziffer zusammenzufassen, wie es hieß. Der neue Indikator berücksichtige neben Kita-Größe und Alters-Zusammensetzung auch den Anteil der daheim nicht Deutsch sprechenden Kinder sowie die Zahl der Jungen und Mädchen mit Eingliederungshilfe – die etwa geistig oder körperlich behindert sind.
Zur Einordnung: Von mehr als 3,55 Millionen Kita-Kindern in Deutschland (2024) kommen laut Stiftung rund 820.640 (etwa 23 Prozent) aus einer Familie, in der vorrangig nicht Deutsch gesprochen wird. Und rund 96.365 Jungen und Mädchen in Kitas erhalten Eingliederungshilfe wegen einer Beeinträchtigung.
Klar sei: Für eine hochwertige Förderung von Kindern mit besonderen pädagogischen Anforderungen brauche es zusätzliche Personalstunden.











