
Am Millerntor
St. Pauli erkämpft Punkt gegen Leipzig
28.01.2026 – 05:44 UhrLesedauer: 3 Min.
Lange sieht es nach einem Leipzig-Sieg aus. Doch dann kommt es zum Drama: Ein Foul in der Nachspielzeit bringt die Wende. Was das für St. Pauli bedeutet.
Drama in der Nachspielzeit: Der FC St. Pauli hat RB Leipzig im Kampf um die Champions-League-Plätze einen empfindlichen Dämpfer verpasst. Die Hamburger erkämpften sich durch einen späten Elfmeter von Martijn Kaars noch ein 1:1 (0:0) – und raubten den Sachsen damit wichtige Punkte im Rennen um die internationalen Plätze.
29.147 Zuschauer im Millerntor-Stadion erlebten ein spannendes Duell, in dem Starspieler Yan Diomande die Gäste in der 66. Minute mit einem sehenswerten Treffer in Führung gebracht hatte. Es war das erste Leipziger Tor am Millerntor im insgesamt vierten Spiel – die Sachsen blieben aber auch diesmal ohne Sieg bei den Hanseaten.
Der abstiegsbedrohte FC St. Pauli erwies sich über weite Strecken als ebenbürtiger Gegner und wurde in der dritten Minute der Nachspielzeit belohnt: Nach einem Foul von David Raum an Kaars entschied Schiedsrichter Florian Exner auf Elfmeter. Der eingewechselte Niederländer trat selbst an, verwandelte sicher und sorgte für ausgelassenen Jubel am Millerntor.
Dabei hätte die Torlosigkeit der Leipziger schon früh Geschichte sein können. Xaver Schlager zog in der 8. Minute aus knapp 20 Metern ab – sein Schuss klatschte an den Pfosten und sorgte für einen ersten Aufreger auf den Rängen.
Vor der Partie hatten Fans anlässlich des Holocaust-Gedenktags lautstark gegen Faschismus ihre Stimme erhoben. Auf den Rängen waren Banner mit der Aufschrift „Kein Vergeben, kein Vergessen“ emporgehalten worden. Auch die Spieler beider Teams hielten ein Transparent hoch.
Ursprünglich hätte die Partie schon vor zweieinhalb Wochen stattfinden sollen. Jedoch machte heftiges Wintertreiben der Austragung damals einen Strich durch die Rechnung – die Begegnung wurde kurzfristig abgesagt.
Nun störte Schnee nicht mehr. Beide Teams spielten von Beginn an entschlossen nach vorn. Vor allem die Gastgeber nutzten ihre geplanten Umschaltaktionen clever. Zweimal lief Rocky-Jade Jones frei auf das Leipziger Tor zu, doch vor allem beim zweiten Versuch in der 23. Minute bugsierte er den Ball daneben.
Der flinke Engländer war auch an der nächsten guten Aktion in der 38. Minute beteiligt, zögerte aber zu lange und übersah den besser positionierten Mitspieler Joel Chima Fujita. Ohnehin wäre es Abseits gewesen. Die Aktionen standen symptomatisch für die abschlussschwachen Hamburger in dieser Saison.
Die Gäste hatten zwar eigene Torannäherungen, machten aber angesichts einiger Ballverluste und vieler Räume für die Hanseaten teils keine gute Figur. Antonio Nusa scheiterte erst kurz vor dem Halbzeitpfiff aus aussichtsreicher Position an Torwart Nikola Vasilj, dann setzte Romulo einen Schuss aus spitzem Winkel knapp neben das Tor.










