
„Schlag ins Gesicht“
Armuts-Post von CDU-Politiker löst Diskussionen aus
Aktualisiert am 27.01.2026 – 18:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Bettler in Markenkleidung? So deutet der CDU-Bundestagsabgeordnete Müller das Erscheinen eines Mannes am Kölner Hauptbahnhof. Sein Facebook-Post wird kontrovers diskutiert.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller sorgt mit einem Facebook-Post über einen Bettler für Aufsehen. „Auch so sieht Armut in Deutschland aus“, schrieb der Braunschweiger Politiker zu dem Foto eines Mannes, der mit einem Schild mit der Aufschrift „Bitte für Essen Danke“ in Großbuchstaben an einem Bahnsteig steht.
Müller behauptete, der Mann habe eine Markenjacke und Markenschuhe getragen, und schrieb von einem „Schlag ins Gesicht für alle wirklich Bedürftigen“. Außerdem habe der Mann in sehr gebrochenem Deutsch gesprochen. Mehrere Medien berichteten über den Beitrag.
Der Abgeordnete nahm das Bild nach eigenen Angaben am Kölner Hauptbahnhof auf und postete es am 8. Januar. Seither sei der Beitrag mehr als eine Million Mal angezeigt worden. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte Müller jetzt der Deutschen Presse-Agentur. Mehr als 1.500 Mal wurde der Post kommentiert – teils mit Kritik, teils mit Zustimmung. Unter anderem stellten Nutzer infrage, ob der Bettler tatsächlich originale Markenkleidung trägt.
Müller erklärte, mit seinem Beitrag habe er einem „schweren Störgefühl“ Ausdruck verleihen wollen: Für ihn sei das Bild, das der Mann abgab, unstimmig gewesen, und er sei alles andere als überzeugt davon, dass der Mensch tatsächlich hungerleidend ist. „Das hat mich schon getriggert“, sagte er. In Deutschland müsse niemand Hunger leiden. Zudem habe der Mann das Angebot einer Gruppe, ihm etwas zu essen zu kaufen, abgelehnt.
Müller berichtete weiter, er selbst habe dem Mann kein Geld gegeben. Auf die Frage, ob er den Mann auf sein Störgefühl angesprochen oder deswegen das Bahnpersonal informiert habe, sagte der Politiker: „Nein, mein Zug ist dann relativ kurzfristig danach gekommen.“
Er wünsche sich aber ein konsequentes Vorgehen gegen aggressive Bettler: „Das ist ein echtes Thema, dem muss nachgegangen werden.“ Nach der Hausordnung der Deutschen Bahn ist das Betteln im Bahnhof verboten.
Müller sprach sich ferner für Bedürftigkeitsprüfungen aus, um den Missbrauch von Sozialleistungen zu verhindern. Das sei aber unabhängig vom konkreten Fall in Köln, da er nicht wisse, ob der Mann Sozialleistungen erhält.











