
Schützt nicht nur vor Infektion
Diese Impfung könnte das Demenzrisiko senken
27.01.2026 – 15:41 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine Impfung, die über 60-Jährigen empfohlen wird, könnte vor Demenz schützen: Das zeigt eine neue Studie. Mehr über die Ergebnisse erfahren Sie hier.
Etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland haben Demenz. Heilen lässt sich die Krankheit bislang nicht. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich ihr aber vorbeugen. Womöglich nicht nur durch einen gesunden Lebensstil: Wie eine gerade im Fachjournal „Lancet Neurology“ erschienene Studie nahelegt, könnte auch eine Impfung gegen Gürtelrose das Demenzrisiko senken.
Bereits in den vergangenen Jahren lieferten mehrere Studien Hinweise darauf, dass die Impfung weit mehr kann als angenommen: Unter anderem könnte sie den Alterungsprozess bremsen und vor Demenz schützen. Letzteres zeigte sich unter anderem in zwei großen Untersuchungen im letzten Jahr. Die neuen Forschungsergebnisse bestätigen die Befunde. Eine rechtzeitige Gürtelrose-Impfung könnte demnach noch bedeutsamer sein als bislang angenommen.
In allen drei Untersuchungen ging es um die Frage: Wie oft entwickeln Menschen, die gegen Gürtelrose geimpft wurden, eine Demenz – und wie häufig tritt diese im Vergleich dazu bei denjenigen auf, die diese Impfung nicht erhalten haben?
Um das herauszufinden, werteten die Forscher Patientendaten von Hunderttausenden Menschen aus. In den älteren beiden Studien stammten diese aus Wales beziehungsweise Australien. Die aktuelle Untersuchung basiert auf Daten aus der kanadischen Provinz Ontario.
Alle drei belegen: Gegen Gürtelrose geimpfte Personen erhalten deutlich seltener eine Demenzdiagnose als Menschen ohne diesen Impfschutz.
Solche Beobachtungen lassen sich normalerweise nicht als Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang deuten. Schließlich könnten auch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben, etwa Unterschiede in der Ernährungsweise oder dem Alkoholkonsum der Untersuchten. Die neuen Studien nutzen jedoch ein besonderes Design und können dadurch das Problem solcher Störfaktoren deutlich besser eingrenzen. Oder einfacher: Sie deuten klar darauf hin, dass tatsächlich die Impfung und nicht vor allem ein gesünderer Lebensstil der Geimpften für das verringerte Demenzrisiko verantwortlich ist.
Die Vorgehensweise war im Prinzip in allen drei Studien ähnlich. Ausgangspunkt war, dass in Wales, Australien und Kanada die Gürtelrose-Impfung jeweils zu einem bestimmten Zeitpunkt in das öffentliche Impfprogramm aufgenommen wurde. Ab diesem Stichtag hatten Menschen Anspruch auf die Impfung, wenn sie ein festgelegtes Alter erreicht hatten. Wer dieses Alter nach dem Stichtag erreichte, bekam die Impfung bezahlt, wer kurz davor Geburtstag hatte, nicht.
Das ermöglichte es den Forschern, die Patientendaten in zwei Gruppen zu unterteilen, die sich in wesentlichen Merkmalen nicht unterschieden – einzig in der Impfberechtigung. In beiden Gruppen wurde über mehrere Jahre beobachtet, wer die Diagnose Demenz erhielt. Dabei zeigte sich der erwähnte Unterschied: In der Gruppe mit Impfberechtigung wurden seltener neue Demenzdiagnosen gestellt als in der Vergleichsgruppe ohne Anspruch auf die Impfung.











