
Abstimmung unter den Zeugen?
Block-Anwalt fordert Einstellung des Verfahrens
27.01.2026 – 15:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Hamburger Prozess gegen Christina Block und weitere Angeklagte dauert deutlich länger als geplant. Am Dienstag beantragte ein Verteidiger die Verfahrenseinstellung.
Eigentlich hatte das Gericht am Dienstag einen Privatdetektiv als Zeugen geladen, der von Christina Block vor Jahren engagiert worden war. Doch der Zeuge bat kurzfristig aus privaten Gründen darum, an einem anderen Tag aussagen zu können.
Stattdessen ging es um etwas anderes am 33. Prozesstag: Die Verteidigung der angeklagten Unternehmerin Block beantragte die Einstellung des Verfahrens um die Entführung der Block-Kinder. Eine objektive Wahrheitsfindung sei nicht mehr möglich, sagte Anwalt Ingo Bott im Landgericht Hamburg.
Das sogenannte Block-Verfahren sei „einmalig“. Live-Ticker und Informationen aus den Akten, die sofort an die Presse weitergegeben würden, machten unbeeinflusste Zeugenaussagen unmöglich. Blocks Verteidiger stellte klar: „Es ist wichtig, dass Pressearbeit stattfindet.“ Die Presse mache nur ihren Job. „Sie nutzt den Spielraum, den man ihr gibt“, sagte Bott.
Was ihn störe sei, dass Inhalte aus Akten und Aussagen sofort an Medien weitergeleitet würden, noch bevor sie in der Hauptverhandlung Thema seien. Zeugen passten sich der Medienberichterstattung an und stimmten sich untereinander ab, kritisierte Bott. Gerade die Aussagen der Zeugen aus Israel würden so zur „Gruppenarbeit“.
Die Live-Ticker mehrerer Medien habe es Zeugen ermöglicht, Aussagen anderer Zeugen unmittelbar vor der eigenen Befragung zu kennen, meinte der Verteidiger. Jeder Zeuge erhalte dadurch eine Art Anleitung, wie er die Wahrheit anpassen müsse. „Der Prozess implodiert geradezu“, sagte der Rechtsanwalt. Ein gerechtes Urteil sei nicht mehr möglich.
Derweil erklärte eine Verteidigerin vor der Strafkammer, sie habe eine Anfrage beantworten sollen, ob die Verteidigung vom 1. Juli bis zum 31. Dezember dieses Jahres zur Verfügung stehe. Der Hamburger Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat sich erheblich verlängert.











