
Giftstoffe in Liquids
Bundesinstitut warnt vor bestimmten Stoffen in E-Zigaretten
Aktualisiert am 24.01.2026 – 13:26 UhrLesedauer: 3 Min.
Kühlend und erfrischend sollen „Cooling Agents“ in E-Zigaretten wirken. Doch das zuständige Bundesinstitut warnt: Die Substanzen könnten Organen schaden.
Die in E-Zigaretten verwendeten Kühlstoffe können dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge der Gesundheit schaden. Alle bisher geprüften Kühlstoffe können demnach unter anderem Leber und Nieren nachhaltig schädigen.
Von der Verwendung solcher Kühlstoffe in E-Liquids sei abzuraten, da bereits bei mittlerem Konsum – fünf Milliliter pro Tag – von einem langfristigen Gesundheitsrisiko auszugehen sei. Völlig unklar sei derzeit noch, wie das Risiko für Lungenschäden einzuschätzen ist.
Kühlstoffe, auch Cooling Agents genannt, werden den Liquids von E-Zigaretten beigemischt, um ein kühlendes und erfrischendes Mund- und Rachengefühl zu erzeugen. Dabei werden dem BfR zufolge diverse chemische Substanzen genutzt – viele seien geschmacksneutral und geruchlos.
Andere wie Menthol seien mit einem charakteristischen Geruch und Geschmack verbunden. Die Konzentration der häufig synthetisch hergestellten Kühlstoffe in E-Liquids variiere stark, teils seien die Konzentrationen hoch.
Daten zur gesundheitlichen Wirkung beim Inhalieren in die Lunge lägen bisher öffentlich kaum vor, hieß es. Das BfR hat nach ersten vorangegangenen Analysen weitere neun Kühlstoffe wie Menthol, Menthylacetat und Eucalyptol bewertet.
Genutzt wurden Daten aus Studien zur oralen Aufnahme der Stoffe bei Tieren wie Ratten oder Mäusen. Für einige Kühlstoffe, für die keine Daten verfügbar waren, wurden Studiendaten von strukturähnlichen Stoffen verwendet, wie es hieß.
„Die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Beeinträchtigungen für die Allgemeinbevölkerung ist beim Dampfen von E-Zigaretten mit kühlenden Substanzen gegeben, im Besonderen bei mittlerem und starkem Konsum“, schließen die BfR-Experten. Für die Stoffe WS-12, Frescolat MGA und Menthylactat könnten Gesundheitsschäden schon bei niedrigem Konsum (1 Milliliter/Tag) nicht ausgeschlossen werden.
Bei der Bewertung seien die Kühlstoffe jeweils separat betrachtet worden. „In der realen Anwendung könnte die Gesamt-Exposition gegenüber Kühlstoffen jedoch höher ausfallen, da viele E-Liquids Mischungen mehrerer Kühlstoffe enthalten.“ Mischungen mit bis zu acht solchen Substanzen seien bekannt.
Festgelegte Richtwerte für die maximale Stoffmenge, bei der keine gesundheitlichen Risiken abzusehen sind, gibt es bei Kühlstoffen bisher nicht. Das BfR nutzte darum für seine Bewertung den sogenannten NOAEL-Wert für die höchste getestete Dosis eines Stoffes, bei dem in Versuchen keine gesundheitlichen Schäden feststellbar waren. In Tierversuchen wurden demnach vor allem Schädigungen der Leber und Niere beobachtet.
Das BfR gibt zu bedenken, dass die Risiken unter- oder überschätzt sein können, weil es bisher kaum gute Daten gebe. „Es fehlen vor allem Daten dazu, wie die Stoffe wirken, wenn sie eingeatmet werden.“ Vor allem zur Wirkung auf die Lunge sei daher derzeit keine Aussage möglich. Verbrauchern rät das BfR, auf Liquids mit Kühlstoffen zu verzichten.
Liquids für E-Zigaretten enthalten in der Regel das stark süchtig machende Nikotin und verschiedene Aroma- und Geschmacksstoffe. Die Flüssigkeit wird über ein Heizelement verdampft und über ein Mundstück eingeatmet. Die Liquids sind sehr unterschiedlich zusammengesetzt.










