
Spüren US-Unternehmen in Deutschland den Ärger? Der Onlinehändler Amazon, die Fastfoodkette McDonald’s, der Lebensmittelhersteller Mars sowie CCEP, der Abfüller von Coca-Cola, äußerten sich auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht.
Burger King Deutschland betonte, das Unternehmen agiere eigenständig und sei stark lokal verwurzelt. „Unsere Gäste differenzieren klar zwischen unseren Restaurants in Deutschland und internationalen Diskussionen.“
Der Lebensmitteleinzelhandel verzeichnet bislang keine Auswirkungen. In Deutschland seien keine Veränderungen in den Verkaufszahlen amerikanischer Produkte zu erkennen, teilt Lidl mit. Andere Handelsketten wie Aldi oder Edeka äußerten sich nicht konkret. „Wir nehmen keinen Protest wahr. Die entsprechenden Produkte werden weiter nachgefragt“, sagt Philipp Hennerkes vom Branchenverband BVLH.
Bei einer möglichen Eskalation zeige sich nur punktuell und kurzfristig ein Vermeidungsverhalten, sagt Experte Deckers, „weil viele Menschen ihre eingeübten Konsumgewohnheiten nur ungern infrage stellen“. In der Branche wird auf weitere Faktoren verwiesen. Viele bekannte US-Produkte wie Coca-Cola, M&M’s, Pringles und Kellogg’s werden in Europa hergestellt. Oft wissen Verbraucher zudem nicht, welche Marken zu US-Unternehmen gehören. Auch Rabattaktionen beeinflussen das Kaufverhalten.
Konsumforscher Ole Kelm von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sagt: „Die Nutzung von Boykott-Apps wird keinen großen Effekt auf die Verkaufszahlen amerikanischer Produkte haben.“ Dafür seien die Unternehmen zu groß. Allerdings fürchteten viele Konzerne Imageschäden, die durch Boykottaufrufe oder entsprechende Berichterstattung entstehen könnten.
In Dänemark hatte es schon im vergangenen Jahr Initiativen gegeben, mit denen die Menschen ein Zeichen gegen Trumps Handelspolitik setzen wollten – so hatten etwa dänische Supermärkte Waren europäischer Produzenten mit einem Stern auf dem Preisschild gekennzeichnet.
Auch die Idee für „UdenUSA“ kam den jungen Entwicklern im vergangenen Jahr, als Trump erstmals ernsthaft damit drohte, Grönland zu übernehmen. „Wir haben gemerkt, dass es vielen Menschen wichtig ist, auf Lebensmittel aus den USA zu verzichten“, sagt App-Entwickler Jonas Pipper der Deutschen Presse-Agentur. „Aber es ist nicht immer so leicht, die im Supermarkt auch zu erkennen.“ Deshalb habe man den Dänen ein Werkzeug an die Hand geben wollen. Vor wenigen Tagen ist die App an den Start gegangen.










