
Das Ganze ist damals kurz vor einem Nationalmannschafts-Lehrgang passiert. Ich hatte mit dem VfL ein Spiel in Leverkusen. Die erste Nachricht nach der Partie war: „Obi“ (Spitzname von Oberdorf, Anm. d. Red.) musste bei Bayerns Spiel gegen Köln ausgewechselt werden, hat sich verletzt. Das war ein riesiger Schockmoment. In Wolfsburg hat sie nach wie vor einen hohen Stellenwert. Ihre Verletzung hat dementsprechend alle bei uns mitgenommen. Jeder leidet mit ihr. Ich habe ihr danach auch direkt geschrieben.
Was schreibt man jemandem, der sich schon zum zweiten Mal so schwer verletzt?
Ich weiß nicht mehr genau, was ich ihr damals gesagt habe. Was man genau schreibt, ist auch gar nicht entscheidend. Wichtig ist nur, dass die Spielerin merkt, dass man an sie denkt und mitleidet.
Rund um die Nationalelf wurde Ende des Jahres bekannt: Ann-Katrin Berger bleibt DFB-Nummer eins, ihre Wolfsburger Kollegin Stina Johannes muss sich weiter hinten anstellen. Wie stehen Sie zu dieser Entscheidung?
Im DFB-Team sind wir alle froh darüber, dass „Anne“ (Spitzname von Berger, Anm. d. Red.) weitermacht. Sie hat uns bei den vergangenen beiden Turnieren extrem viel gegeben. Wenn Stina im Tor gestanden hätte, wäre das wahrscheinlich nicht anders gewesen. Dennoch hat „Anne“ in den vergangenen Jahren gezeigt, wie wichtig sie für dieses Team ist – als Torhüterin, aber vor allem auch als Mensch.
Für Johannes ist die Situation aber trotzdem bitter.
Natürlich ist das für Stina schade. Aber so ist der Fußball. Ich weiß, dass sie nicht auf „Anne“ böse ist, weil sie weiterspielen möchte. Die Chance, dass Stina irgendwann die deutsche Nummer eins ist, ist mit Sicherheit da.
2025 hat die DFB-Elf dreimal gegen Spanien verloren, einmal im EM-Halbfinale, zweimal in den Endspielen der Nations League. Wie erleichtert sind Sie, dass es in diesem Jahr wohl nicht gegen die Weltmeisterinnen geht?
Ehrlich gesagt habe ich noch mehr Lust darauf bekommen, gegen die Spanierinnen zu spielen. Es war zuletzt zu erkennen, dass wir mit ihnen mithalten können. Teilweise waren wir in den Spielen sogar besser. Es wäre auf jeden Fall bald mal an der Zeit, Spanien zu schlagen.










