
Für Jung und Alt gefährlich
Robert Koch-Institut sieht RSV-Welle anrollen
Aktualisiert am 22.01.2026 – 16:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Grippewelle bestimmt derzeit das Infektionsgeschehen in Deutschland. Doch Fachleute blicken bereits auf den nächsten Erreger: RSV.
Während Influenza aktuell viele Arztpraxen und Kliniken beschäftigt, rückt das Respiratorische Synzytialvirus, kurz RSV, zunehmend in den Fokus. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen die Daten aus der dritten Kalenderwoche 2026, dass der Erreger wieder häufiger nachgewiesen wird. Das gilt als typisches Frühzeichen für den Start der RSV-Saison. Die akute Atemwegserkrankung kann vor allem für Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen gefährlich werden.
Noch bleibt die RSV-Aktivität in der Bevölkerung vergleichsweise niedrig. In der ambulanten Überwachung machte das Virus zuletzt rund vier Prozent der nachgewiesenen Erreger aus, im Krankenhausbereich lag der Anteil ebenfalls bei etwa vier Prozent. Erfahrungsgemäß ziehen die Fallzahlen nach solchen ersten Signalen in den folgenden Wochen deutlich an.
Besonders aufmerksam verfolgen Fachleute die Lage in den Krankenhäusern. RSV gilt als klassischer „Kinderklinik-Füller“. Sobald sich das Virus stärker ausbreitet, steigen die Krankenhausaufnahmen von Säuglingen oft sprunghaft an. Auch ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen können schwere Verläufe entwickeln.
RSV befällt die Atemwege und verursacht zunächst erkältungsähnliche Symptome. Bei kleinen Kindern greift das Virus jedoch häufig die unteren Atemwege an. Es kann zu Bronchiolitis kommen, einer Entzündung der feinsten Atemwegsverzweigungen in der Lunge, oder zu einer Lungenentzündung. Viele betroffene Kinder benötigen dann eine stationäre Behandlung.
Nach Angaben des RKI prägen derzeit vor allem Grippeviren das Infektionsgeschehen. Rund 60 Prozent der nachgewiesenen Atemwegsviren entfallen demnach auf Influenza, überwiegend auf Influenza A. Das Coronavirus SARS-CoV-2 spielt nur noch eine Nebenrolle. Sein Anteil liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich, auch bei schweren Atemwegsinfektionen in Kliniken.
Typisch ist, dass RSV der Grippewelle zeitlich folgt. Genau dieses Muster zeigt sich nun erneut.











