
Förderung für die Landwirtschaft
Wie Investitionen Betriebe krisenfest machen
Klimawandel, geopolitische Konflikte und fragile Lieferketten stellen die Versorgung mit Lebensmitteln zunehmend infrage. Umso wichtiger ist eine leistungsfähige, unabhängige Landwirtschaft in Deutschland – und verlässliche Strukturen, die sie langfristig stärken.
Doch eine starke Landwirtschaft entsteht nicht von selbst. Betriebe stehen unter hohem Investitionsdruck: Sie müssen effizienter wirtschaften, nachhaltiger produzieren und sich zugleich gegen wirtschaftliche und ökologische Risiken absichern. Dafür braucht es Kapital und eine Förderung, die langfristig denkt.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Landwirtschaftliche Rentenbank, die deutsche Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum.
Als öffentlich-rechtliche Institution arbeitet sie nicht gewinnorientiert, sondern stellt zinsgünstige Programmkredite bereit, die über Hausbanken vergeben werden. Ziel ist es, Investitionen zu ermöglichen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft sichern, Innovationen vorantreiben und die Versorgung der Bevölkerung auch in Krisenzeiten stabil halten.
„Die Agrarwirtschaft und die ländlichen Räume sind das Rückgrat unserer Gesellschaft, denn sie erfüllen viele wichtige Funktionen für uns. Eine ist die Sicherstellung der Ernährung“, sagt Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Landwirtschaftlichen Rentenbank.
Dass viele Betriebe trotz Unsicherheiten investieren, ist kein Widerspruch, sondern Ausdruck eines tiefgreifenden Wandels. Laut dem Rentenbank-Agrarbarometer Winter 2025 haben 78 Prozent der Landwirte in den vergangenen zwölf Monaten investiert, weitere 62 Prozent planen Investitionen im kommenden Jahr. Der Fokus ist dabei weitgehend gleich geblieben: Maschinen, Stallbauten und erneuerbare Energien stehen im Mittelpunkt – also Bereiche, die Effizienz steigern, Ressourcen schonen und Betriebe langfristig wettbewerbsfähig machen.
Auffällig ist jedoch, dass sowohl die bereits getätigten Investitionen als auch die geplanten Vorhaben im Durchschnitt mit einem etwas geringeren Investitionsvolumen verbunden sind als noch in der Herbst-Umfrage.
Das passt zu einer insgesamt vorsichtigeren Einschätzung der Lage: Das Agrar-Geschäftsklima ist im Winter auf –2,4 Punkte gesunken, nachdem es im September noch bei –1,1 Punkten lag.
Auch die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage fällt verhaltener aus und ist von 1,6 Punkten auf –0,1 gesunken. Positiv bewerten viele Betriebe weiterhin die Verkaufspreise für tierische Erzeugnisse sowie das Ernteergebnis. Als Belastung nennen sie vor allem hohe Betriebsmittelpreise, Bürokratie und politische Unsicherheiten. Neu hinzugekommen sind niedrige Verkaufspreise für pflanzliche Erzeugnisse – etwa für Getreide.
Trotzdem beurteilen 73 Prozent der befragten Landwirte ihre aktuelle Lage als befriedigend oder besser. Umso wichtiger sind Finanzierungsmodelle, die Investitionen ermöglichen, ohne zusätzliche Risiken aufzubauen.
Die Programmkredite der Rentenbank sind wettbewerbsneutral angelegt und richten sich nicht nur an landwirtschaftliche Betriebe, sondern auch an Unternehmen der vor- und nachgelagerten Bereiche – von der Ernährungswirtschaft bis zur ländlichen Infrastruktur. So entsteht Stabilität entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Ökologisch zu wirtschaften wird damit zunehmend zur Voraussetzung, um Betriebe wirtschaftlich tragfähig aufzustellen und zugleich Böden, Wasser und Biodiversität zu schützen.
Ein besonderer Fokus liegt auf Innovation und Nachhaltigkeit. Ob präzisere Düngung, moderne Stalltechnik, Photovoltaik oder Biogas: Die Rentenbank fördert Investitionen, die ökologische Standards verbessern und gleichzeitig ökonomisch tragfähig sind. Laut Agrarbarometer plant rund ein Drittel der Betriebe Investitionen in Technologien zur Effizienzsteigerung, etwa in Sensorik, mechanische Unkrautbekämpfung oder digitale Anwendungen.
Wie breit diese Förderung inzwischen aufgestellt ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen.
Die Landwirtschaftliche Rentenbank unterstützt Investitionen entlang der gesamten Agrar- und Ernährungswirtschaft – von einzelnen Betrieben bis hin zur ländlichen Infrastruktur.
Gefördert werden unter anderem:
- Land- und forstwirtschaftliche Betriebe
z.B. Stallumbauten, Maschinen, Tierwohl, Digitalisierung - Nachhaltige Technologien & Greentech
erneuerbare Energien, Emissionsminderung, Ressourceneffizienz - Ernährungswirtschaft
Verarbeitung, Lagerung, Qualitätssicherung - Ländliche Infrastruktur
Breitband, Energieversorgung, kommunale Projekte - Innovation & Nachwuchs
Forschung, neue Betriebsmodelle, Existenzgründungen
Förderung in Zahlen (2025):
- Neugeschäft mit Programmkrediten:
6,56 Mrd. Euro (+82,1 % gegenüber 2024) - Investitionen in Stallbauten:
351,1 Mio. Euro (+20,4 %) - Davon Zukunftsfeld „Stallumbauten für mehr Tierwohl“:
56,9 Mio. Euro (+43,2 %)
Förderung, die ankommt: Ein Hof im Wandel
Als Gesa Langenberg den Hof von ihrem Vater übernahm, trat sie in eine lange Tradition ein: Der Betrieb in Bockstedt (Niedersachsen) ist seit 14 Generationen in Familienhand.

Um den Hof zukunftsfähig weiterzuführen, entschied sich die Landwirtin für gezielte Investitionen in mehr Tierwohl. Mit Unterstützung der Landwirtschaftlichen Rentenbank nutzte sie ein Förderprogramm für Stallumbauten, das Investitionen unterstützt, die nach Fertigstellung mindestens die Anforderungen der Haltungsstufe 3 der Haltungsformenkennzeichnung erfüllen. Ziel der Umbaumaßnahmen war es, den Tieren mehr Platz, bessere Haltungsbedingungen und ein insgesamt höheres Maß an Wohlbefinden zu bieten.
Die zinsgünstige Förderung verschaffte ihr dabei vor allem Planungssicherheit. Umbauten dieser Größenordnung sind kostenintensiv und im laufenden Betrieb kaum allein zu stemmen. Durch die Finanzierung über die Rentenbank konnte Gesa den Umbau realisieren, ohne die wirtschaftliche Stabilität des Hofes zu gefährden. Gleichzeitig konnte sie in eine Tierhaltung investieren, die gesellschaftliche Erwartungen und betriebliche Zukunft miteinander verbindet.

So leben die Schweine heute in zwei großen Offenställen auf Stroh und können jederzeit an die frische Luft gehen. Dank einer Harn-Kot-Trennung werden Urin und Kot bereits im Stall voneinander getrennt und gezielt entfernt. Das reduziert Emissionen und verbessert das Stallklima.
Gesa Langenbergs Betrieb steht damit heute beispielhaft für einen Weg, den viele Höfe gehen: Tradition bewahren, Tierwohl stärken und den Betrieb so aufstellen, dass er auch für kommende Generationen tragfähig bleibt.
Wie diese Transformation gelingen kann, wird auch auf der Grünen Woche in Berlin diskutiert, die seit Jahren als zentrale Plattform für die Zukunft der Landwirtschaft gilt. Vom 16. bis 25. Januar 2026 präsentiert sich die Landwirtschaftliche Rentenbank auf Panels und bei Veranstaltungen erneut als zentrale Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum. Auch das aktuelle Rentenbank-Agrarbarometer ist dort Thema und liefert wichtige Einblicke in Stimmungen, Trends und Investitionspläne der Branche.
Die Grüne Woche ist damit weit mehr als eine Messe: Sie ist ein Ort, an dem über Ernährungssouveränität, Klimaschutz und die Zukunft ländlicher Räume diskutiert wird – und darüber, wie Deutschland seine Landwirtschaft unabhängig und leistungsfähig halten kann.
Eine starke Landwirtschaft sichert nicht nur die Versorgung mit Lebensmitteln. Sie schafft Arbeitsplätze, erhält regionale Strukturen und trägt zur kulturellen Identität ländlicher Räume bei. Gerade in Zeiten, in denen andere Industrien unter Druck stehen, bleibt sie ein stabiler Pfeiler der Volkswirtschaft.
Damit Betriebe investieren, innovativ bleiben und unabhängig wirtschaften können, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und langfristige Finanzierung. Die Landwirtschaftliche Rentenbank leistet dazu einen zentralen Beitrag und macht Förderung zu einem stabilen Faktor für gutes Essen, heute und morgen.
Die Inhalte auf dieser Seite wurden von der Ströer Content Group Sales GmbH in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank, Theodor-Heuss-Allee 80, 60486 Frankfurt am Main erstellt.











