
Von den in Europa und den USA mit viel Geld und Mühe nachgezüchteten Pandas sei bislang kein einziges Tier nach seiner Rückgabe an China ausgewildert worden. Überhaupt seien laut der staatlichen Forstverwaltung Chinas zwischen 2003 und 2018 nur zwölf Bären ausgewildert worden, von denen zwei innerhalb kürzester Zeit starben. Insgesamt seien mehr Pandas aus der Natur entnommen als eingesetzt worden.
Da Pandas in Gefangenschaft nur selten auf natürlichem Weg Nachwuchs bekommen, setzten Zuchtstationen in China, aber auch europäische Zoos oftmals auf künstliche Befruchtung. Eine Prozedur, die alles andere als tiergerecht sei. So existieren laut Pro Wildlife Berichte über unzureichend betäubte Tiere, Verbrennungen, Verletzungen und sogar einen Todesfall. „Mit Artenschutz hat die Panda-Haltung und -zucht in Gefangenschaft nichts zu tun“, erklärte die Organisation.
Kritik, die Rasem Baban, der Direktor des Tierparks Hellabrunn, so nicht stehen lassen wollte. „Der Große Panda ist einer der ältesten und erfolgreichsten Artenschutzprojekte weltweit“, erklärte er am Mittwoch. Die Information, dass Tiere, die in Gefangenschaft aufgezogen werden, nicht ausgewildert werden könnten, habe er nicht. Unstrittig sei jedoch, dass die Zucht sehr aufwendig sei. „Aber es ist nicht unmöglich.“ Die Nachzucht sei wichtig, um die Art zu erhalten.
Und auch Markus Söder ließ die Kritik an seinem persönlichen Herzensprojekt nicht unkommentiert. Dass Zoos in Teilen des organisierten Artenschutzes kritisch gesehen werden, sei normal. Ein Zoo-Besuch könne durch die Nähe zu den Tieren, „den Duft, das Erleben“, aber ein anderes Bewusstsein für den Artenschutz schaffen. Es sei vor allem wichtig, jungen Menschen zu zeigen, „dass das keine virtuellen Dinge sind, über die wir reden – sondern eine Realität“.











