
Markus Söder liefert einen Aufreger nach dem anderen. Magnetschwebebahn für Nürnberg. Fleisch für alle. Jetzt Pandas für München. Das ist viel Populismus und wenig Politik.
Markus Söder (CSU) macht mal wieder von sich reden. Heute verkündete er, zwei Pandas aus China in den Tierpark nach München geholt zu haben. Bis 2028 sollen die Tiere in der Stadt sein. Deshalb gab es einen großen Pressebahnhof. Söder als Retter der kuschligen Gattung und Verbesserer der bayerisch-chinesischen Beziehungen.
Klar, das wird bei vielen ankommen, das hat einen tollen Unterhaltungsfaktor. Aber es belegt mal wieder eine langgehegte Vermutung: Der bayerische Ministerpräsident führt den Freistaat nicht wie ein seriöser Politiker, sondern eher wie ein Entertainer. Er nimmt alles mit, was Applaus bringen kann.
Auch bei diesem Projekt steht weniger die Sache als der Effekt im Vordergrund. Denn Söders Panda-Projekt kostet den Freistaat enorme Summen: Das Gehege allein soll rund 18 Millionen Euro kosten. Hinzu kommt eine jährliche Leihgebühr von bis zu einer Million Euro – über zehn Jahre also bis zu zehn Millionen zusätzlich. Dazu kommen Futter, Tierärzte, Personal. Insgesamt dürfte das Panda-Projekt leicht über 30 Millionen Euro verschlingen.
Eine Investition in Symbolik – nicht in Substanz. Während Söder Selfies mit Symbolen produziert, bleiben die großen Themen liegen: Wohnraummangel, marode Schulen, überlastete Pflegeeinrichtungen. Wo Lösungen gefordert wären, liefert er Kuschelbärchen. Statt Regierungshandeln gibt es Inszenierungen mit Unterhaltungswert – große Bühne, kleines Ergebnis.
Kaum jemand wird ernsthaft glauben, dass zwei Bären die bayerisch-chinesischen Beziehungen wirksam verbessern. Und zwei Bären im Münchner Zoo retten keine Panda-Population. Es ist ein Prestigeprojekt, das sich in Schlagzeilen gut verkauft, aber politisch folgenlos bleibt. Besser wäre es, schlicht in Bildung, Wohnungsbau, Pflege oder Klimaschutz zu investieren.
Söder muss aufpassen, dass seine Politik nicht zur „Nonstop-Nonsens“-Show mutiert. Die mag bunt und fotogen sein, bringt aber nichts. Vielleicht kommt der Ministerpräsident mal wieder mit einer Geschichte, über die weniger geredet wird, die aber mehr bewirkt.










