
Video | Das steckt wirklich hinter Trumps Anspruch auf Grönland
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Doch um Grönland geht es in Kenia zunächst nicht. Zum Glück für Wadephul. Denn die Bundesregierung möchte im Streit mit Trump eine moderate Position einnehmen. Zwar spricht sich Deutschland für eine entschlossene Gegenreaktion aus, sollte der US-Präsident seine Zolldrohungen wahr machen. Aber Wadephul versuchte in den vergangenen Wochen immer wieder, den Konflikt nicht weiter zu befeuern und Trump nicht mit Kritik zu provozieren. So erklärte er am Sonntag, dass er keine Zweifel an der US-Bündnistreue habe.
Die Aussage kam in einer Zeit, in der Trump Zölle ankündigte, obwohl sich die EU und die USA im Sommer 2025 auf einen Zolldeal geeinigt hatten. Aber die Bundesregierung möchte Trump nicht auf schlechte Gedanken bringen, keine Themen eröffnen, die aktuell keine Themen sind. Schließlich soll möglichst viel von den transatlantischen Beziehungen die Präsidentschaft von Trump überleben.
Das wird schwer genug. Denn Trump hatte am Wochenende nicht nur zum Angriff auf die europäischen Länder angesetzt und damit womöglich einen Handelskrieg mit der EU ausgelöst. Er hat auch ein „Board of Peace“ – einen globalen „Friedensrat“ – angekündigt, mit sich selbst als Vorsitzenden. In diesem Format will Trump künftig über internationale Krisen sprechen. Staaten können sich einen ständigen Sitz für eine Milliarde US-Dollar kaufen. Aber das wird in vielen Teilen der Welt als Angriff auf die Vereinten Nationen verstanden, die eben genau dieses Forum stellen sollten.
Hier droht der nächste große Streit. Denn Länder wie Deutschland oder Frankreich stehen zu den Vereinten Nationen, zur regelbasierten Ordnung. Wenngleich Wadephul in Nairobi erklärt, dass die Institution reformiert werden müsse. „Wir haben einen Friedensrat und das sind die Vereinten Nationen“, sagt Wadephul und kritisiert damit den US-Vorschlag indirekt. Er betont, Deutschland kandidiere nicht nur für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat, sondern „zeigt tagtäglich in seiner praktischen Handlungsweise, dass das UN-System unser Friedenssicherungssystem ist, das unsere volle Unterstützung verdient“.










