
Überschätzte Tarifmerkmale
Kfz-Versicherung: Diese Kostensenker bringen kaum etwas
21.01.2026 – 10:13 UhrLesedauer: 3 Min.
Wer bei der Kfz-Versicherung auf Rabatte durch Garage, Kinder oder Wohneigentum setzt, spart oft nur ein paar Euro. Noch teurer wird es mit Zusatzbausteinen, die kaum etwas nutzen.
Sparen kann trotzdem, wer die richtigen Hebel kennt. Viele Autofahrer setzen dabei auf sogenannte weiche Tarifmerkmale: Garage, Kinder im Haushalt oder Wohneigentum sollen die Kfz-Prämie senken. Doch wie eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt, bringt das oft nur minimale Vorteile – oder gar keine.
Etwa zwei Prozent Ersparnis lassen sich im Schnitt erzielen, wenn Versicherte ein selbst genutztes Eigenheim angeben. Für einen 45-jährigen Golf-Fahrer in Berlin bedeutet das rund 20 Euro weniger im Jahr.
Auch der Garagenstellplatz hilft kaum: Nur jeder dritte Tarif berücksichtigt diesen Aspekt – und dann meist mit einem Nachlass von einem Prozent. Spürbar günstiger wird es eher, wenn mehrere Verträge bei einem Anbieter liegen, es also einen sogenannten Kombi-Vorteil gibt. Doch laut Verivox lohnt sich das auch nicht immer: Häufig ist es sinnvoller, wenn alle Versicherungen einzeln verglichen und abgeschlossen werden.
Noch enttäuschender fällt der Blick auf den vermeintlichen Familienrabatt aus. Der verbreiteten Annahme, dass Eltern mit Kindern sicherer fahren und deshalb weniger zahlen, widerspricht die Verivox-Auswertung deutlich. Im Durchschnitt ergibt sich kein Vorteil – einzelne Versicherer gewähren maximal fünf Prozent, aber nur in Ausnahmefällen. Genauso wenig hilfreich: Fahrsicherheitstrainings oder die Mitgliedschaft in einem Verkehrsclub – es sei denn, es gibt eine konkrete Kooperation.
Teuer wird es, wenn unnötige Extras hinzukommen. Viele Versicherte wählen Zusatzleistungen, die auf dem Papier Sicherheit oder Komfort versprechen, in der Praxis aber vor allem den Beitrag in die Höhe treiben. Ein Beispiel ist die sogenannte Direktregulierung: Sie sorgt dafür, dass nach einem Unfall sofort gezahlt wird – noch bevor die Schuldfrage geklärt ist. Doch dieser Service kostet im Schnitt mehr als das Doppelte des Standardtarifs. Für den Beispielkunden von Verivox bedeutet das rund 939 Euro Mehrkosten im Jahr.
Ein weiterer Kostentreiber ist der sogenannte Rabattschutz. Er verhindert zwar die Rückstufung nach einem Unfall, allerdings nur beim aktuellen Anbieter. Wer die Versicherung wechselt, verliert diesen Vorteil. Der Aufpreis von bis zu 25 Prozent war dann umsonst.
Auch die Eigenschadendeckung, die etwa beim Zusammenstoß mit dem eigenen Garagentor greifen soll, hat ihre Tücken. Rund 22 Prozent mehr Beitrag kostet dieser Baustein, doch viele Tarife schließen Schäden auf dem eigenen Grundstück aus. Im Zweifel bleibt der Versicherte also auf den Kosten sitzen.










