
„Seinen Verstand sollte man nutzen“
Bergrettung schickt jungen Deutschen 2.000-Euro-Rechnung
Aktualisiert am 20.01.2026 – 10:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Gruppe junger Bergsteiger verplant sich – und sitzt im Dunkeln fest. Ihr Fehler kommt die Gruppe jetzt teuer zu stehen.
Ein Winterausflug in Österreich hat für drei junge deutsche Abenteurer ein teures Nachspiel. Sie alarmierten am Samstagabend die Bergrettung, rund 15 Helfer waren im Einsatz. Bald dürften die Ausflügler Post bekommen – mit einer hohen Rechnung.
Die Bergsteiger im Alter zwischen 18 und 21 Jahren waren am Samstag auf dem Traunstein in Österreich in Not geraten. Offenbar hatten sie ihre Tour nicht richtig geplant: Beim Abstieg über den teilweise vereisten Hernlersteig gerieten sie in die Dunkelheit, wie die Bergrettung Gmunden mitteilte. Auf rund 1.500 Metern Höhe steckte die Gruppe plötzlich fest, kam weder vor noch zurück. Sie alarmierten die Bergrettung.
Sofort machten sich 15 Bergretter auf den Weg zum Traunstein und begannen mit dem Aufstieg. Der Einsatz war fordernd – wegen der Dunkelheit konnte kein Hubschrauber aufsteigen. Doch als die Bergretter fast am gemeldeten Ort angekommen waren, erlebten sie eine Überraschung: Die jungen Deutschen waren in der Zwischenzeit doch wieder umgekehrt und zum Traunsteinhaus gelaufen, einem Gasthaus, das im Winter zwar geschlossen ist, aber einen jederzeit geöffneten Raum für in Not geratene Bergsteiger bereithält. Die Bergretter brachen daraufhin ihren Einsatz ab, da die Gruppe keine Hilfe mehr benötigte.
Wie ein Sprecher der Bergrettung Gmunden t-online am Dienstag sagte, waren die Abenteurer offenbar nicht ideal auf die Tour vorbereitet. „Der Traunstein ist im Winter nur etwas für Profis“, betonte er. Den jungen Deutschen habe etwa ein Steigeisen gefehlt. „Eine vernünftige Tourenplanung gehört dazu. Seinen Verstand sollte man nutzen“, so der Bergretter.
Die Kosten sollen den Deutschen nach Angaben der Bergrettung in Rechnung gestellt werden. Wie der Sprecher weiter erläuterte, kostet eine Stunde Bergrettung 490 Euro. Insgesamt dauerte der Einsatz am Samstagabend rund vier Stunden. Die Rechnung dürfte damit bei 1.960 Euro liegen. Auf die Frage, ob sich die Bergretter über den Einsatz geärgert hätten, antwortete er: „Wir nehmen das gelassen hin, sonst wären wir keine Bergretter.“
Der Traunstein ist ein 1.691 Meter hoher Berg am Ostufer des Traunsees. Er liegt in Oberösterreich und gehört zu den beliebtesten Zielen für Bergsteiger in der Region.











