
Nach öffentlicher Kritik
DHB-Star versöhnt sich mit Bundestrainer Gíslason
20.01.2026 – 01:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Nach der Serbien-Pleite hatte Juri Knorr mit öffentlicher Kritik an Bundestrainer Alfreð Gíslason Wirbel ausgelöst. Zwei Tage später betont er sein gutes Verhältnis zum Coach.
Aus Herning berichtet Nils Kögler
Deutschlands Handball-Nationalspieler Juri Knorr hat nach seiner öffentlichen Kritik an Alfreð Gíslason versöhnliche Worte für den Bundestrainer gefunden. „Das Beste ist das Gefühl, dass man am nächsten Tag mit seinem Trainer spricht und dem das völlig egal ist“, sagte Knorr über die Reaktion Gíslasons auf seine kritischen Worte nach der Niederlage gegen Serbien im zweiten Vorrundenspiel. „Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Trainer gerade heutzutage da gar kein Ego hat und das nicht persönlich nimmt“, lobte Knorr Gíslason.
Im Gegenteil: Gíslason habe Knorr für seine Aussagen sogar gelobt. „Er vertraut uns und weiß, dass wir auch Ahnung von Handball haben. Da werden auch mal Sachen ausgesprochen und für ihn war es null Thema“, so der DHB-Spielmacher. „Es gibt mir in dem Fall und auch uns Spielern generell ein gutes Gefühl und es ist einfach nicht selbstverständlich, dass das so gehandhabt wird, weil andere hätten da auch anders gekränkt sein können.“
Im Spiel gegen Serbien hatte Knorr eine gute erste Halbzeit gespielt, war in der zweiten Hälfte vom Bundestrainer aber kaum noch eingesetzt worden. Das Angriffsspiel der Deutschen brach komplett ein. Am Ende stand trotz einer Pausenführung von vier Toren eine 27:30-Niederlage.
„Natürlich brodelt es in einem auf der Bank, wenn man da draußen sitzt und nicht helfen kann“, hatte Knorr im Anschluss an die Partie am ARD-Mikrofon gesagt. „Ich glaube, jeder Spieler will auf der Platte stehen. Ich werde immer alles reinhauen und will natürlich helfen, und ich habe das Gefühl, dass ich gut helfen konnte. Ja, ich verstehe es nicht ganz“, hatte seine Kritik am Bundestrainer gelautet.
Den Medienrummel um seine Person versuche er normalerweise zu ignorieren, ließ Knorr am Montagabend wissen. „Dieses Mal war es schwierig, das zu ignorieren. Ich wusste ja auch, was daraus vielleicht gemacht wird“, so der 25-Jährige weiter. Am Ende sei aber alles nicht so schlimm gewesen. „Es war eine Momentaufnahme und jeder Spieler ist frustriert, wenn er ein Spiel verliert und wenn er das Gefühl hat, er hätte noch helfen können. Vielleicht sollte man das nicht immer sagen“, gab er sich auch selbstkritisch.
Auch Gíslason selbst betonte nach dem Spiel am ZDF-Mikrofon nochmal sein gutes Verhältnis zu Knorr. „Ich habe überhaupt kein Problem mit ihm, wir sprechen uns regelmäßig aus. Alle werden gefordert, ihre Meinung zu sagen“, betonte er. „Das war nie ein Problem. Wir haben es sehr gut geschafft, den Druck von der Mannschaft wegzunehmen“, offenbarte er sogar strategisches Kalkül hinter dem Fokus auf seine Person.










