
„Geld oder Gewissen“
„Tatort“-Star Richy Müller und sein früherer Schuldenberg
Aktualisiert am 19.01.2026 – 08:54 UhrLesedauer: 3 Min.
Sein Weg in die erste Reihe des deutschen Fernsehens war keineswegs geradlinig. In einem Interview blickt Richy Müller auf die Schattenseiten der Schauspielerei zurück.
Seine Rolle als Kommissar Thorsten Lannert im Stuttgarter „Tatort“ hat Richy Müller deutschlandweit bekannt gemacht. Doch dass der Schauspieler heute zu den festen Größen im Fernsehen gehört, war keineswegs selbstverständlich. Im Gespräch mit dem SWR4-Moderator Jörg Assenheimer erzählte Müller vergangenes Jahr von einer schwierigen Phase in seinem Berufsleben – und von folgenschweren Entscheidungen.
Als das Motto „Lieber Miese auf dem Konto, als Miese auf der Seele“ zur Sprache kam, geriet der Schauspieler ins Plaudern und verwies auf eine Zeit, in der ihm zwar Rollen angeboten wurden, er diese jedoch ablehnte. Dabei war er 1979 mit dem Fernsehdreiteiler „Die große Flatter“ über Nacht als „Richy“ zum Star geworden. 22 Millionen Menschen machten das TV-Event damals zum Straßenfeger und aus Hans-Jürgen Müller, wie er bürgerlich hieß, den heute bekannten Schauspieler Richy Müller.
Doch aus inhaltlichen Gründen ließ er danach ein Angebot nach dem anderen an sich abprallen. Die Folge: berufliche Durststrecken und finanzielle Engpässe. Es folgte eine „Phase, wo ich wenig zu arbeiten hatte. Und das, was man mir anbot, nicht ging“, so Richy Müller in dem Gespräch. Die daraus resultierende Abwägung sei schwierig gewesen: „Geld oder Gewissen.“
Müller betonte, er habe sich bewusst gegen Rollen entschieden, die ihm „im Magen gelegen“ hätten. Zwar habe das in einzelnen Fällen bedeutet, auf eine Gage zu verzichten – doch dafür habe er sein inneres Gleichgewicht bewahren können. Dass es dabei nicht nur um kleine Beträge ging, machte er mit einem konkreten Beispiel deutlich: „Ich hatte Ende der Achtziger fast 200.000 Mark Schulden“, so der Schauspieler.











