
Handball-Legenden mit deutlichen Worten
Harte Kritik am Bundestrainer: „Scheiße gecoacht“
18.01.2026 – 04:22 UhrLesedauer: 3 Min.

Gegen Serbien setzte es für die DHB-Auswahl eine enttäuschende Niederlage in der EM-Vorrunde. Besonders der Bundestrainer steht nun hart in der Kritik.
Die deutschen Handball-Legenden Stefan Kretzschmar, Pascal Hens und Michael „Mimi“ Kraus haben den deutschen Bundestrainer Alfreð Gíslason nach der Vorrunden-Niederlage der DHB-Auswahl bei der EM am Samstag gegen Serbien (27:30) deutlich kritisiert. In ihrem Podcast „Harzblut“ analysierten die Ex-Nationalspieler die überraschende Pleite.
Dabei waren ihnen vor allem die vielen Wechsel des Personals in der Offensive ein Dorn im Auge. Gíslason hatte in der Partie immer wieder zwischen Spielern wie Julian Köster, Juri Knorr, Miro Schluroff, Renārs Uščins und Marko Grgić hin und her gewechselt. Nach Meinung von Hens habe Gíslason die Spieler damit verwirrt. „Da hast du gefühlt bei jedem im Kopf nur noch Fragezeichen gesehen“, sagte Hens.
Er führte aus: „Da hat, finde ich, den Jungs auf dem Feld auch die führende Hand von draußen so ein bisschen gefehlt. Das ist mein Eindruck gewesen. Da haben sie mir fast ein bisschen leid getan.“ Hens bemängelte, dass im deutschen Spiel die Struktur gefehlt habe. Man habe den Spielern angemerkt, „dass sie sich nicht so wohlfühlen“.
Die drei Ex-Spieler kritisierten vor allem fehlende Ideen im Offensivspiel. „Das ist ein heilloses Durcheinander. Mir fehlt da auch so ein bisschen die Kreativität im Angriff“, analysierte Kraus und bemängelte Gíslasons Fokus auf eine starke Defensive: „Du kannst nicht immer sagen, wir holzen hinten alles zusammen, Andi Wolff hält 40 Bälle, wir rühren da Beton an. Das kann es doch nicht sein. Für eine Medaille reicht das nicht, wenn man so unkreativ spielt im Angriff“, beklagte er und fasste zusammen: „Das muss ich ganz ehrlich sagen: Das war heute einfach kacke im Angriff.“
„Mir macht Angst, wie wir angreifen“, wurde auch Kretzschmar deutlich. „Wir sind so unkreativ und ohne Lösungen im Angriff, ohne Flow.“ Wenn er sich das deutsche Offensivspiel angucke, denke er: „Was machen wir denn jetzt? Was wollen wir denn jetzt? Wo wollen wir denn hin? Was ist die Idee?“
Hens beklagte: „Wenn es mal vorne im Angriff nicht läuft, dann haben wir keinen Plan B.“ Man könne nicht immer nur darauf vertrauen, dass einem Kreativspieler wie Juri Knorr schon etwas einfalle. Stattdessen brauche es Alternativpläne, wie etwa Sieben-gegen-Sechs, also ohne Torwart, aber dafür mit zusätzlichem Feldspieler zu spielen. „Wenn du auf andere Nationen guckst, da gibt es schon seit Ewigkeiten Sieben-gegen-Sechs. Findet bei uns nicht statt. Haben wir nicht diese Alternative, wenn es vorne nicht läuft“, so Hens‘ Klage.










